Eine innere Uhr löst bei Zugvögeln im Frühjahr in Abhängigkeit von verschiedenen Umweltfaktoren Zugverhalten aus. Das hat Ebo Gwinner, ehemaliger Direktor des MPIOs für Ornithologie, bereits 1981 gezeigt. Mehr als 20 Jahre später wiederholte ein Team um Barbara Helm, damals seine Studentin und nun Professorin an der Uni Groningen in den Niederlanden und Gastwissenschaftlerin in Seewiesen, die Versuche mit den Methoden von damals an Trauerschnäppern. Sie fanden heraus, dass die Vögel jetzt über neun Tage früher Zugunruheverhalten zeigen, die Tiere also auf die durch den Klimawandel früher einsetzenden Frühjahre reagieren. Mit Klick auf das Bild öffnet sich die Veröffentlichung der Studie Bild mit freundlicher Genehmigung von Ralph Martin, www.visual-nature.de

Klimawandel verstellt die innere Uhr bei Zugvögeln

Eine innere Uhr löst bei Zugvögeln im Frühjahr in Abhängigkeit von verschiedenen Umweltfaktoren Zugverhalten aus. Das hat Ebo Gwinner, ehemaliger Direktor des MPIOs für Ornithologie, bereits 1981 gezeigt. Mehr als 20 Jahre später wiederholte ein Team um Barbara Helm, damals seine Studentin und nun Professorin an der Uni Groningen in den Niederlanden und Gastwissenschaftlerin in Seewiesen, die Versuche mit den Methoden von damals an Trauerschnäppern. Sie fanden heraus, dass die Vögel jetzt über neun Tage früher Zugunruheverhalten zeigen, die Tiere also auf die durch den Klimawandel früher einsetzenden Frühjahre reagieren.

Mit Klick auf das Bild öffnet sich die Veröffentlichung der Studie
Bild mit freundlicher Genehmigung von Ralph Martin, www.visual-nature.de
Lärm macht krank – zumindest den Menschen. Der Gesundheit von Zebrafinken und dem Wachstum ihrer Küken schadet chronischer Verkehrslärm ebenfalls. Einer Studie von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterdrücken Straßengeräusche den Anstieg von Stresshormonen im Blut der Vögel, vermutlich um die negativen Konsequenzen von chronisch hohen Pegeln auf den Organismus zu vermeiden. Die Küken der Finken entwickelten sich zudem während der ersten Lebenstage langsamer, wenn sie in einem lauten Nest aufgezogen wurden.

Verkehrslärm stört normale Stressreaktionen und verzögert das Wachstum von Zebrafinken

Lärm macht krank – zumindest den Menschen. Der Gesundheit von Zebrafinken und dem Wachstum ihrer Küken schadet chronischer Verkehrslärm ebenfalls. Einer Studie von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterdrücken Straßengeräusche den Anstieg von Stresshormonen im Blut der Vögel, vermutlich um die negativen Konsequenzen von chronisch hohen Pegeln auf den Organismus zu vermeiden. Die Küken der Finken entwickelten sich zudem während der ersten Lebenstage langsamer, wenn sie in einem lauten Nest aufgezogen wurden.
Die Schlafhaltung von ziehenden Grasmücken hängt von ihrem Körperzustand ab. Wissenschaftler mit Beteiligung von Forschungsgruppenleiter Niels Rattenborg fanden durch Messungen mit einem Respirometriesystem heraus, dass Vögel, die ihre Fettvorräte schon fast aufgebraucht hatten, mit dem Kopf im Gefieder schliefen und dadurch ihren Energieverbrauch reduzieren konnten. Dickere Vögel hingegen schliefen lieber mit aufrechtem Kopf. Vögel in versteckter Schlafposition hatten erniedrigte Stoffwechselraten und eine langsamere Reaktionszeit, also ein erhöhtes Risiko, einem Beutegreifer zum Opfer zu fallen. (Foto: Andrea Ferretti)

Schlafen mit verstecktem Kopf spart Energie bei nachtaktiven Zugvögeln, ist allerdings auch riskanter

Die Schlafhaltung von ziehenden Grasmücken hängt von ihrem Körperzustand ab. Wissenschaftler mit Beteiligung von Forschungsgruppenleiter Niels Rattenborg fanden durch Messungen mit einem Respirometriesystem heraus, dass Vögel, die ihre Fettvorräte schon fast aufgebraucht hatten, mit dem Kopf im Gefieder schliefen und dadurch ihren Energieverbrauch reduzieren konnten. Dickere Vögel hingegen schliefen lieber mit aufrechtem Kopf. Vögel in versteckter Schlafposition hatten erniedrigte Stoffwechselraten und eine langsamere Reaktionszeit, also ein erhöhtes Risiko, einem Beutegreifer zum Opfer zu fallen. (Foto: Andrea Ferretti)
Forschungsgruppenleiterin Daniela Vallentin erforscht in Seewiesen, was sich im Vogelgehirn abspielt, wenn die Tiere ihre Gesänge lernen. Im Interview erklärt sie ihre Forschung an Nachtigallen und warum sie sich diese Vogelart für ihr Projekt ausgesucht hat (bitte auf das Bild klicken).

"Für brauchbare Ergebnisse muss es den Vögeln gutgehen"

Forschungsgruppenleiterin Daniela Vallentin erforscht in Seewiesen, was sich im Vogelgehirn abspielt, wenn die Tiere ihre Gesänge lernen. Im Interview erklärt sie ihre Forschung an Nachtigallen und warum sie sich diese Vogelart für ihr Projekt ausgesucht hat (bitte auf das Bild klicken).
Nachtfalter machen verschiedene Ausweichmanöver im Flug, um jagenden Fledermäusen zu entkommen. Wissenschaftler*innen vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterscheiden sich dabei nicht nur die Arten untereinander, sondern auch die Individuen innerhalb einer Art. Diese Unberechenbarkeit schützt die ganze Nachtfaltergemeinschaft vor den Räubern, da sie den Fledermäusen die Jagd erschwert.

Unterschiedliche Fluchtstrategien von Nachtfaltern erschweren Fledermäusen die Jagd

Nachtfalter machen verschiedene Ausweichmanöver im Flug, um jagenden Fledermäusen zu entkommen. Wissenschaftler*innen vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterscheiden sich dabei nicht nur die Arten untereinander, sondern auch die Individuen innerhalb einer Art. Diese Unberechenbarkeit schützt die ganze Nachtfaltergemeinschaft vor den Räubern, da sie den Fledermäusen die Jagd erschwert.
Bei den Mahaliwebern singen Männchen und Weibchen alternierend und äußerst präzise aufeinander abgestimmt im Duett. Ein Team um Forscher*innen vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben herausgefunden, dass sich mit dem Stimmeinsatz des Partners die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn des bereits singenden Vogels ändert und zeitlich mit dem Partner synchronisiert. Die Gehirne beider Tiere funktionieren dann praktisch wie eins, was zu dem perfekten Duett führt.

Vogelgehirne synchronisieren sich beim Duettgesang

Bei den Mahaliwebern singen Männchen und Weibchen alternierend und äußerst präzise aufeinander abgestimmt im Duett. Ein Team um Forscher*innen vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben herausgefunden, dass sich mit dem Stimmeinsatz des Partners die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn des bereits singenden Vogels ändert und zeitlich mit dem Partner synchronisiert. Die Gehirne beider Tiere funktionieren dann praktisch wie eins, was zu dem perfekten Duett führt.
Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.(Foto: Axel Griesch)

Der Standort des Max-Planck-Instituts für Ornithologie am Bodensee ist nun ein eigenständiges Institut

Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.
(Foto: Axel Griesch)
Die Max-Planck-Gesellschaft wird mit dem neuen BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern in München eng zusammenarbeiten. Ziel ist es, Forschungsinhalte aus den im Life Science- und Umweltbereich forschenden Max-Planck-Instituten in die Ausstellungsplanung und Veranstaltungen von BIOTOPIA miteinfließen zu lassen. Dr. Moritz Hertel, der am Max-Planck-Institut für Ornithologie angesiedelt ist, ist seit Anfang 2019 MPG-BIOTOPIA-Koordinator.

Biotopia - Naturkundemuseum Bayern und Max-Planck-Gesellschaft unterzeichnen Memorandum of Understanding

Die Max-Planck-Gesellschaft wird mit dem neuen BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern in München eng zusammenarbeiten. Ziel ist es, Forschungsinhalte aus den im Life Science- und Umweltbereich forschenden Max-Planck-Instituten in die Ausstellungsplanung und Veranstaltungen von BIOTOPIA miteinfließen zu lassen.

Dr. Moritz Hertel, der am Max-Planck-Institut für Ornithologie angesiedelt ist, ist seit Anfang 2019 MPG-BIOTOPIA-Koordinator.
Beim Grillkuckuck sind die Geschlechterrollen vertauscht, nur die Männchen kümmern sich um die Aufzucht der Jungtiere. Trotz des enormen Aufwands während dieser Zeit haben sie jedoch durchaus noch Gelegenheiten zur Fremdvaterschaft, wenn auch deutlich weniger als Männchen, die gerade ‚frei‘ sind und kein Gelege versorgen.

Beim Grillkuckuck beeinträchtigt die Elternschaft das Sexualleben nur wenig

Beim Grillkuckuck sind die Geschlechterrollen vertauscht, nur die Männchen kümmern sich um die Aufzucht der Jungtiere. Trotz des enormen Aufwands während dieser Zeit haben sie jedoch durchaus noch Gelegenheiten zur Fremdvaterschaft, wenn auch deutlich weniger als Männchen, die gerade ‚frei‘ sind und kein Gelege versorgen.


Pressemitteilungen

Verkehrslärm stört normale Stressreaktionen und verzögert das Wachstum von Zebrafinken

14. Oktober 2019

Lärm macht krank – zumindest den Menschen. Der Gesundheit von Zebrafinken und dem Wachstum ihrer Küken schadet chronischer Verkehrslärm ebenfalls. Einer Studie von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen zufolge ...

Jeder Nachtfalter flieht anders

2. Juli 2019

Nachtfalter machen verschiedene Ausweichmanöver im Flug, um jagenden Fledermäusen zu entkommen. Wissenschaftler*innen vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterscheiden sich dabei nicht nur die Arten untereinander, sondern ...

Diese Frauen sind spitze!

25. Juni 2019

Freie wissenschaftliche Entfaltung, langfristige berufliche Sicherheit und klare Karriereperspektiven – das sind die zentralen Säulen des Lise-Meitner-Exzellenzprogramms. 2018 startete die Max-Planck-Gesellschaft die auf vier Jahre festgelegte ...

Vogelgehirne synchronisieren sich beim Duettgesang

12. Juni 2019

Bei den Mahaliwebern beginnt das Männchen oder das Weibchen mit seinem Gesang und der Partner setzt zu einem bestimmten Zeitpunkt ein. Schließlich singen beide alternierend und äußerst präzise aufeinander abgestimmt im Duett. Ein Forschungsteam unter ...

Jede Fledermaus reist anders

28. Mai 2019

Die Weibchen mancher Fledermäuse fliegen nach dem Winterschlaf hunderte von Kilometern, um in insektenreichen Regionen ihre Jungen zur Welt zu bringen. Anders als bei Vögeln ist weitgehend unbekannt, wie Fledermäuse den Energieverbrauch während des ...

Neues Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie

7. Mai 2019

Für die Max-Planck-Gesellschaft ist die Verhaltensforschung in Zeiten rasanten technologischen Fortschritts ein zukunftsträchtiges Forschungsfeld. Der Standort des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell und Konstanz wird deshalb ein ...

Institutsseminarreihe in Seewiesen

Christopher Olson, Midwestern University: Vocal production by bee hummingbirds: from song centers to syrinx

12.12.2019 13:00 - 14:00
Seewiesen, Raum: Seminar Room House 4, Tea & Coffee 12:30h

CANCELLED --- Michael Long, NYU Medical School: Comparative neurobiology of vocal communication --- CANCELLED

23.01.2020 13:00 - 14:00
Seewiesen, Raum: Seminar Room House 4, Tea & Coffee 12:30h

Manuela Nowotny, University of Jena: tba

06.02.2020 13:00 - 14:00
Seewiesen, Raum: Seminar Room House 4, Tea & Coffee 12:30h

Shaoyuan Wu, Jiangsu Normal University, China: Reconstructing the Mammalian Tree of Life in the Era of Genomics

13.02.2020 13:00 - 14:00
Seewiesen, Raum: Seminar Room House 4, Tea & Coffee 12:30h

Ilona Grunwald Kadow, TUM Munich: How internal states and needs shape perception and behavior

20.02.2020 13:00 - 14:00
Seewiesen, Raum: Seminar Room House 4, Tea & Coffee 12:30h

Multimedia


Youtuber "MrWissen2Go" zu Besuch in Seewiesen

Video

Im Rahmen einer Deutschlandreise zum Max-Planck-Tag am 14.9. besuchte Mirko Drotschmann auch das MPI in Seewiesen, um mit Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort interessante Fragen zu diskutieren. Im Gespräch: Manfred Gahr darüber, warum Vögel singen - oder eben nicht.

Evolution - lohnende Seitensprünge

Video

Die Auswahl des richtigen Partners ist auch bei Blaumeisen von entscheidender Bedeutung. Wer bis zu zehn hungrige Küken satt bekommen muss, braucht gutes Teamwork. Aber muss man deshalb auch in treuer Partnerschaft leben? Und ist das wirklich die beste Strategie für den Fortpflanzungserfolg?

Karriere  *  Chancengleichheit  *  Beruf und Famile


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