Bayern fördert den wettbewerbsfähigen Ausbau des Max-Planck-Campus Martinsried zu einem Standort für internationale Spitzenforschung. Unser Institut in Seewiesen wird sich - vorbehaltlich der Zustimmung des Senats - vor diesem Hintergrund mit dem Max-Planck-Institut für Neurobiologie zu einem gemeinsamen neuen Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz zusammenschließen und sich in den nächsten Jahren mit weiteren Abteilungen vergrößern. Der Standort Seewiesen soll dabei als Außenstelle für naturnahe Forschung erhalten bleiben. Der Freistaat Bayern will das Vorhaben, falls der Landtag zustimmt, in den kommenden zehn Jahren mit bis zu 500 Mio. Euro fördern. Ministerpräsident Markus Söder, MdL, und Max-Planck-Präsident Martin Stratmann unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung am 29. April 2021 im Max-Planck-Haus am Hofgarten.

Top-Adresse für Life Sciences-Forschung

Bayern fördert den wettbewerbsfähigen Ausbau des Max-Planck-Campus Martinsried zu einem Standort für internationale Spitzenforschung. Unser Institut in Seewiesen wird sich - vorbehaltlich der Zustimmung des Senats - vor diesem Hintergrund mit dem Max-Planck-Institut für Neurobiologie zu einem gemeinsamen neuen Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz zusammenschließen und sich in den nächsten Jahren mit weiteren Abteilungen vergrößern. Der Standort Seewiesen soll dabei als Außenstelle für naturnahe Forschung erhalten bleiben.
Der Freistaat Bayern will das Vorhaben, falls der Landtag zustimmt, in den kommenden zehn Jahren mit bis zu 500 Mio. Euro fördern. Ministerpräsident Markus Söder, MdL, und Max-Planck-Präsident Martin Stratmann unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung am 29. April 2021 im Max-Planck-Haus am Hofgarten.

Blog-Beitrag von Doktorand Johannes Krietsch im Journal of Animal Ecology über eine 2020 veröffentlichte Studie mit Graubruststrandläufern in Alaska. Die männlichen Tiere fliegen tausende von Kilometern durchs Brutgebiet. Die  Forscher wollten verstehen, ob Windbewegungen die Brutplatzwahl dieses polygynen Küstenvogels opportunistisch mit entscheiden. Für die Visualisierung der Flugbewegungen hat Johannes kürzlich den MoveMap-Wettbewerb der British Ecological Society Movement Ecology Special Interest Group in der Kategorie "nerdy" gewonnen! Lesen Sie die ganze Geschichte in seinem zugehörigen Artikel hinter dem Link.

Wie männliche Graubruststrandläufer nach ihrer nächsten Partnerin suchen

Blog-Beitrag von Doktorand Johannes Krietsch im Journal of Animal Ecology über eine 2020 veröffentlichte Studie mit Graubruststrandläufern in Alaska. Die männlichen Tiere fliegen tausende von Kilometern durchs Brutgebiet. Die  Forscher wollten verstehen, ob Windbewegungen die Brutplatzwahl dieses polygynen Küstenvogels opportunistisch mit entscheiden. Für die Visualisierung der Flugbewegungen hat Johannes kürzlich den MoveMap-Wettbewerb der British Ecological Society Movement Ecology Special Interest Group in der Kategorie "nerdy" gewonnen! Lesen Sie die ganze Geschichte in seinem zugehörigen Artikel hinter dem Link.

Um das Schlagrisiko von Fledermäusen an Windkraftanlagen abzuschätzen, wird die akustische Aktivität der Tiere im Einzugsbereich der Rotorblätter mit Ultraschalldetektoren erfasst. Ein Wissenschaftsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und Beteiligung des MPIs für Ornithologie kommt in einer aktuellen Analyse zum Schluss, dass bei großen Anlagen ergänzende Ultraschalldetektoren an anderen Stellen der Anlagen anzubringen sind sowie zusätzliche Techniken wie Radar und Wärmebildkameras für das Monitoring entwickelt werden müssen. Die Ergebnisse ihrer Analyse sind in dem Journal Mammal Reviews veröffentlicht:
10.1111/mam.12248

Verbesserung des Fledermausschutzes an Windkraftanlagen

Um das Schlagrisiko von Fledermäusen an Windkraftanlagen abzuschätzen, wird die akustische Aktivität der Tiere im Einzugsbereich der Rotorblätter mit Ultraschalldetektoren erfasst. Ein Wissenschaftsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und Beteiligung des MPIs für Ornithologie kommt in einer aktuellen Analyse zum Schluss, dass bei großen Anlagen ergänzende Ultraschalldetektoren an anderen Stellen der Anlagen anzubringen sind sowie zusätzliche Techniken wie Radar und Wärmebildkameras für das Monitoring entwickelt werden müssen. Die Ergebnisse ihrer Analyse sind in dem Journal Mammal Reviews veröffentlicht: 10.1111/mam.12248

Einem Forscherteam der Universität Aarhus und unseres Instituts ist es gelungen, mit nur drei Gramm leichten Aufnahmegeräten Echo- und Bewegungsdaten an freilebenden Großen Mausohr-Fledermäusen in Bulgarien im Flug aufzuzeichnen, während diese auf Jagd waren. Dr. Laura Stidsholt, Postdoc an der Universität Aarhus und Hauptautorin der Studie war überrascht davon, dass sich die Fledermäuse von extrem schwachen Beute-Echos leiten lassen, die für uns wie ein Flüstern wären. "Über die geringe Lautstärke der Rufe verschaffen sich die Tiere eine Art "akustischen Tunnelblick" für die Jagd", sagt Holger Goerlitz, Forschungsgruppenleiter in Seewiesen. Durch die leisen Laute können die Fledermäuse sich nur auf die Beute konzentrieren und die Störungen durch andere Echos aktiv ausblenden.

Fledermäuse nutzen sehr schwache Echos, um erfolgreich zu jagen

Einem Forscherteam der Universität Aarhus und unseres Instituts ist es gelungen, mit nur drei Gramm leichten Aufnahmegeräten Echo- und Bewegungsdaten an freilebenden Großen Mausohr-Fledermäusen in Bulgarien im Flug aufzuzeichnen, während diese auf Jagd waren. Dr. Laura Stidsholt, Postdoc an der Universität Aarhus und Hauptautorin der Studie war überrascht davon, dass sich die Fledermäuse von extrem schwachen Beute-Echos leiten lassen, die für uns wie ein Flüstern wären. "Über die geringe Lautstärke der Rufe verschaffen sich die Tiere eine Art "akustischen Tunnelblick" für die Jagd", sagt Holger Goerlitz, Forschungsgruppenleiter in Seewiesen. Durch die leisen Laute können die Fledermäuse sich nur auf die Beute konzentrieren und die Störungen durch andere Echos aktiv ausblenden.

Zugvögel sind kleine Hochleistungsathleten, die sich auf den langen Strecken zwischen Brut- und Wintergebiet komplett auf ihre Fettspeicher verlassen müssen. Wissenschaftler*innen aus den USA, Polen und unseres Instituts wollten nun in einer Studie herausfinden, welche Zusammensetzung der im Körper eingelagerten Fettsäuren für die langen Flüge ideal ist. Dazu setzten sie handaufgezogene europäische Stare auf unterschiedliche Fettdiäten mit einfach (MUFA) oder mehrfach (PUFA) ungesättigte Fettsäuren, bevor die Tiere im Windkanal des MPIO Langstreckenflüge absolvierten. Es zeigte sich, dass die PUFA Vögel zunächst weniger Energie verbrauchten, aber auf längere Frist mit stärkeren oxidativen Schäden fertig werden mussten als die MUFA Tiere. Die PUFA-Diät bringt durch die kurzzeitige Energieersparnis einen entscheidenden Vorteil für die Überwindung großer Distanzen. Zur Vermeidung einer erhöhten oxidativen Schädigung, die sich negativ auf die Lebensdauer auswirkt, müssen die Zugvögel ihre Ernährung anpassen, indem sie sich nur zur Zugzeit vermehrt mit diesen speziellen Fettsäuren versorgen. Solche Strategien können auch auf andere Vertebraten übertragen werden.

Zugvögel stellen vor Langstreckenflügen ihre Ernährung um, um Energie zu sparen

Zugvögel sind kleine Hochleistungsathleten, die sich auf den langen Strecken zwischen Brut- und Wintergebiet komplett auf ihre Fettspeicher verlassen müssen. Wissenschaftler*innen aus den USA, Polen und unseres Instituts wollten nun in einer Studie herausfinden, welche Zusammensetzung der im Körper eingelagerten Fettsäuren für die langen Flüge ideal ist. Dazu setzten sie handaufgezogene europäische Stare auf unterschiedliche Fettdiäten mit einfach (MUFA) oder mehrfach (PUFA) ungesättigte Fettsäuren, bevor die Tiere im Windkanal des MPIO Langstreckenflüge absolvierten. Es zeigte sich, dass die PUFA Vögel zunächst weniger Energie verbrauchten, aber auf längere Frist mit stärkeren oxidativen Schäden fertig werden mussten als die MUFA Tiere. Die PUFA-Diät bringt durch die kurzzeitige Energieersparnis einen entscheidenden Vorteil für die Überwindung großer Distanzen. Zur Vermeidung einer erhöhten oxidativen Schädigung, die sich negativ auf die Lebensdauer auswirkt, müssen die Zugvögel ihre Ernährung anpassen, indem sie sich nur zur Zugzeit vermehrt mit diesen speziellen Fettsäuren versorgen. Solche Strategien können auch auf andere Vertebraten übertragen werden.

Forschungsgruppenleiterin Michaela Hau hat den diesjährigen Howard-Bern-Vortrag bei der Jahrestagung der Society of Integrative and Comparative Biology (SICB) gehalten. Dies ist eine besondere Auszeichnung für Wissenschaftler*innen, die bedeutende Forschungen auf dem Gebiet der vergleichenden Endokrinologie geleistet haben. Michaela Hau wird damit geehrt für ihre Untersuchungen an freilebenden Kohlmeisen, bei denen sie Stresshormone (Kortikosteroide) misst als Reaktion auf Umwelteinflüsse, und die daraus resultierenden Auswirkungen auf Merkmale wie zum Beispiel den Fortpflanzungserfolg, Stoffwechselrate, Verhalten und Flugleistung. Ihre Forschung hat letztlich das Ziel zu bewerten, wie schnell sich physiologische Systeme evolutiv verändern können.

Auszeichnung für Forschungsgruppenleiterin Michaela Hau

Forschungsgruppenleiterin Michaela Hau hat den diesjährigen Howard-Bern-Vortrag bei der Jahrestagung der Society of Integrative and Comparative Biology (SICB) gehalten. Dies ist eine besondere Auszeichnung für Wissenschaftler*innen, die bedeutende Forschungen auf dem Gebiet der vergleichenden Endokrinologie geleistet haben. Michaela Hau wird damit geehrt für ihre Untersuchungen an freilebenden Kohlmeisen, bei denen sie Stresshormone (Kortikosteroide) misst als Reaktion auf Umwelteinflüsse, und die daraus resultierenden Auswirkungen auf Merkmale wie zum Beispiel den Fortpflanzungserfolg, Stoffwechselrate, Verhalten und Flugleistung. Ihre Forschung hat letztlich das Ziel zu bewerten, wie schnell sich physiologische Systeme evolutiv verändern können.

Die Gesangsfrequenz eines Vogels hängt vor allem von seiner Körpergröße ab, wird aber auch von der sexuellen Selektion beeinflusst. Arten, bei denen die Männchen größer sind als die Weibchen, singen mit niedrigeren Frequenzen als aufgrund ihrer Größe zu erwarten wäre. So wirken sie noch größer und könnten sich besser gegen andere Männchen behaupten oder für Weibchen attraktiver sein. Die Analyse der Gesänge fast aller Sperlingsvögel der Welt durch Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie und Kollegen zeigt, dass der Lebensraum der Tiere hingegen die Gesangsfrequenz nicht beeinflusst, und widerlegt damit eine langjährige Theorie.

Globale Studie über Frequenzen von Vogelgesängen

Die Gesangsfrequenz eines Vogels hängt vor allem von seiner Körpergröße ab, wird aber auch von der sexuellen Selektion beeinflusst. Arten, bei denen die Männchen größer sind als die Weibchen, singen mit niedrigeren Frequenzen als aufgrund ihrer Größe zu erwarten wäre. So wirken sie noch größer und könnten sich besser gegen andere Männchen behaupten oder für Weibchen attraktiver sein. Die Analyse der Gesänge fast aller Sperlingsvögel der Welt durch Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie und Kollegen zeigt, dass der Lebensraum der Tiere hingegen die Gesangsfrequenz nicht beeinflusst, und widerlegt damit eine langjährige Theorie.

Aras sind in der Lage, mit mehreren aneinander gereihten Steinen ein Stabwerkzeug nachzubilden, um so an ein begehrtes Futter zu gelangen. Einige Tiere überprüften nach dem Einsetzen jedes Steins den Fortschritt der Belohnung. Dies deutet darauf hin, dass sie den kausalen Zusammenhang verstehen können zwischen den Steinen und der Art und Weise, wie sie sich miteinander verbinden, um die Belohnung zu schieben. Erstautor Laurie O'Neill sagt: "Ich war von den erfolgreichen Papageien beeindruckt, da sie viele aufeinanderfolgende Aktionen ausführen mussten, um die erforderliche Konstruktion aus mehreren Steinen zu bauen.“ Die Studie fand an der Forschungsstation "Vergleichende Kognition" des MPIs für Ornithologie an der Loro Parque Animal Embassy auf Teneriffa statt. Die beteiligten Wissenschaftler*innen davon aus, dass die Tiere durch Versuch-und-Irrtum lernten. Papageien sind erkundungsfreudig und sehr daran interessiert, Objekte in ihrer Umgebung zu kombinieren und mit ihnen zu interagieren. Viele komplexe physische Verhaltensweisen, wie z.B. der Gebrauch von Werkzeugen, könnten ihren Ursprung in einfacheren Verhaltensweisen wie der Erkundung haben.  Copyright Foto: Anastasia Krasheninnikova

Innovative Problemlösung und Werkzeugnutzung bei Aras

Aras sind in der Lage, mit mehreren aneinander gereihten Steinen ein Stabwerkzeug nachzubilden, um so an ein begehrtes Futter zu gelangen. Einige Tiere überprüften nach dem Einsetzen jedes Steins den Fortschritt der Belohnung. Dies deutet darauf hin, dass sie den kausalen Zusammenhang verstehen können zwischen den Steinen und der Art und Weise, wie sie sich miteinander verbinden, um die Belohnung zu schieben. Erstautor Laurie O'Neill sagt: "Ich war von den erfolgreichen Papageien beeindruckt, da sie viele aufeinanderfolgende Aktionen ausführen mussten, um die erforderliche Konstruktion aus mehreren Steinen zu bauen.“ Die Studie fand an der Forschungsstation "Vergleichende Kognition" des MPIs für Ornithologie an der Loro Parque Animal Embassy auf Teneriffa statt. Die beteiligten Wissenschaftler*innen davon aus, dass die Tiere durch Versuch-und-Irrtum lernten. Papageien sind erkundungsfreudig und sehr daran interessiert, Objekte in ihrer Umgebung zu kombinieren und mit ihnen zu interagieren. Viele komplexe physische Verhaltensweisen, wie z.B. der Gebrauch von Werkzeugen, könnten ihren Ursprung in einfacheren Verhaltensweisen wie der Erkundung haben.

Copyright Foto: Anastasia Krasheninnikova

Raben zeigten bereits im Alter von nur vier Monaten eine vergleichbare kognitive Leistung wie Menschenaffen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Pika, ehemalige Humboldt-Forschungsgruppenleiterin in Seewiesen, nun an der Universität Osnabrück, fand die erste systematisch-quantitativ groß angelegte Untersuchung der physischen und sozialen Fähigkeiten von Kolkraben statt, die auch die kognitive Entwicklung mit einbezog. So versteckte zum Beispiel Dr. Miriam Sima, die die Raben im Rahmen ihrer Doktorarbeit in Seewiesen aufgezogen hat, Futter unter einem Becher und bewegte diesen zwischen anderen Bechern hin- und her wie bei einem ‚Hütchenspiel‘, tippten auch junge Raben meist mit dem Schnabel auf den richtigen Becher. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Raben vor allem Tests zum Verstehen von Mengen und Kausalketten sowie das soziale Lernen und die Kommunikation genauso gut meisterten wie Schimpansen und Orang-Utans.

Clever und smart: Rabenvögel ziehen beim Hütchenspiel mit Menschenaffen gleich

Raben zeigten bereits im Alter von nur vier Monaten eine vergleichbare kognitive Leistung wie Menschenaffen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Pika, ehemalige Humboldt-Forschungsgruppenleiterin in Seewiesen, nun an der Universität Osnabrück, fand die erste systematisch-quantitativ groß angelegte Untersuchung der physischen und sozialen Fähigkeiten von Kolkraben statt, die auch die kognitive Entwicklung mit einbezog. So versteckte zum Beispiel Dr. Miriam Sima, die die Raben im Rahmen ihrer Doktorarbeit in Seewiesen aufgezogen hat, Futter unter einem Becher und bewegte diesen zwischen anderen Bechern hin- und her wie bei einem ‚Hütchenspiel‘, tippten auch junge Raben meist mit dem Schnabel auf den richtigen Becher. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Raben vor allem Tests zum Verstehen von Mengen und Kausalketten sowie das soziale Lernen und die Kommunikation genauso gut meisterten wie Schimpansen und Orang-Utans.

Singvögel gehören zu den wenigen Tierordnungen, die wie wir Menschen art-typische Laute von einem Artgenossen lernen. Die neuronalen Schaltkreise, die dem Gesang- und Sprachlernen zugrunde liegen, sind komplex in ihrer Funktion und Struktur. Ihrer Erforschung ist nun ist ein Team von Wissenschaftler*innen aus Seewiesen, München, Zürich und Tokio näher gekommen. Sie entwickelten eine Methode, mit der sie diese Gehirn-Schaltkreise anhand eines fluoreszierenden Farbstoffes sichtbar machen können. Eine detaillierte Analyse der Strukturen im Gehirn des Vogels ist bereits innerhalb von drei Tagen nach Applikation möglich, was dem schnellen Entwicklungstempo des Gesangslernens gerecht wird. Am lebenden Tier kann mit der Methode auch die neuronale Aktivität in Echtzeit gemessen werden: Gibt die Nervenzelle ein Signal ab, leuchtet sie kurz auf. Die Forscher*innen erhoffen sich von der neu gewonnenen Differenzierbarkeit genauere Erkenntnisse über die Funktion und Entwicklung dieser Schaltkreise und damit verbundene Erkrankungen.

Neues Werkzeug zur Erforschung neuronaler Schaltkreise, die dem Gesangslernen von Singvögeln zugrunde liegen

Singvögel gehören zu den wenigen Tierordnungen, die wie wir Menschen art-typische Laute von einem Artgenossen lernen. Die neuronalen Schaltkreise, die dem Gesang- und Sprachlernen zugrunde liegen, sind komplex in ihrer Funktion und Struktur. Ihrer Erforschung ist nun ist ein Team von Wissenschaftler*innen aus Seewiesen, München, Zürich und Tokio näher gekommen. Sie entwickelten eine Methode, mit der sie diese Gehirn-Schaltkreise anhand eines fluoreszierenden Farbstoffes sichtbar machen können. Eine detaillierte Analyse der Strukturen im Gehirn des Vogels ist bereits innerhalb von drei Tagen nach Applikation möglich, was dem schnellen Entwicklungstempo des Gesangslernens gerecht wird. Am lebenden Tier kann mit der Methode auch die neuronale Aktivität in Echtzeit gemessen werden: Gibt die Nervenzelle ein Signal ab, leuchtet sie kurz auf. Die Forscher*innen erhoffen sich von der neu gewonnenen Differenzierbarkeit genauere Erkenntnisse über die Funktion und Entwicklung dieser Schaltkreise und damit verbundene Erkrankungen.

Direktor Bart Kempenaers, Leiter der Abteilung Verhaltensökologie und evolutionäre Genetik, wurde zum Ehrenmitglied der weltweit größten ornithologischen Gesellschaft ernannt. Damit würdigt und feiert die Gesellschaft, so wörtlich, "seine wertvollen Beiträge zur Ornithologie und sein Engagement für die Wissenschaft".

Bart Kempenaers zum Ehrenmitglied der Amerikanischen Ornithologischen Gesellschaft gewählt

Direktor Bart Kempenaers, Leiter der Abteilung Verhaltensökologie und evolutionäre Genetik, wurde zum Ehrenmitglied der weltweit größten ornithologischen Gesellschaft ernannt. Damit würdigt und feiert die Gesellschaft, so wörtlich, "seine wertvollen Beiträge zur Ornithologie und sein Engagement für die Wissenschaft".

Immer mehr künstliche Beleuchtung bei Nacht hat Folgen, insbesondere für nachtaktive Wildtiere, die nicht an solch hohe Lichtverhältnisse angepasst sind. So werden viele Aspekte des Verhaltens wie Futtersuche, Fortpflanzung oder Wanderungen beeinflusst. Wissenschaftler*innen der Forschungsgruppe Akustische und Funktionelle Ökologie zeigen nun in einer neuen Studie, dass künstliches Nachtlicht sich auch auf Nachtfalter fatal auswirken kann. Viele Nachtfalterarten können im Ultraschallbereich hören und machen verschiedene, oft erfolgreiche Ausweichmanöver im Flug, wenn sie eine sich nähernde, jagende Fledermaus wahrnehmen. Obwohl diese Räuber-Beute-Interaktion durch Schall ausgelöst wird, zeigt die Studie, dass ein lichtverschmutzter Nachthimmel das Ausweichflugverhalten von Nachtfaltern unterdrücken kann. Auch wenn gelegentlich letzte verzweifelte Manöver durchgeführt werden, könnte das künstliche Licht letztlich ihr Überleben dadurch stark einschränken.Foto © Christophe - stock.adobe.com

Künstliches Nachtlicht macht Nachtfalter zur leichten Beute für Fledermäuse

Immer mehr künstliche Beleuchtung bei Nacht hat Folgen, insbesondere für nachtaktive Wildtiere, die nicht an solch hohe Lichtverhältnisse angepasst sind. So werden viele Aspekte des Verhaltens wie Futtersuche, Fortpflanzung oder Wanderungen beeinflusst. Wissenschaftler*innen der Forschungsgruppe Akustische und Funktionelle Ökologie zeigen nun in einer neuen Studie, dass künstliches Nachtlicht sich auch auf Nachtfalter fatal auswirken kann. Viele Nachtfalterarten können im Ultraschallbereich hören und machen verschiedene, oft erfolgreiche Ausweichmanöver im Flug, wenn sie eine sich nähernde, jagende Fledermaus wahrnehmen. Obwohl diese Räuber-Beute-Interaktion durch Schall ausgelöst wird, zeigt die Studie, dass ein lichtverschmutzter Nachthimmel das Ausweichflugverhalten von Nachtfaltern unterdrücken kann. Auch wenn gelegentlich letzte verzweifelte Manöver durchgeführt werden, könnte das künstliche Licht letztlich ihr Überleben dadurch stark einschränken.
Foto © Christophe - stock.adobe.com

Der Schlaf von Säugetieren setzt sich vor allem aus zwei Zuständen zusammen, dem NREM-Schlaf (Nonrapid Eye Movement) und dem REM-Schlaf, einem paradoxen Zustand mit wachähnlicher Hirnaktivität. Bei vielen Säugetieren erwärmt sich das Gehirn nach einer Abkühlung im NREM-Schlaf während des REM-Schlafs und bereitet sich so möglicherweise auf das Aufwachen vor. Forscher*innen der Gruppe "Vogelschlaf" in Zusammenarbeit mit dem Neuroscience Research Center in Lyon untersuchten nun die Gehirntemperatur bei Tauben und Bartagamen. Diese haben zwei Schlafzustände, die in mancher Hinsicht denen der Säugetiere ähneln. Während die Wissenschaftler*innen bei Tauben eine Abkühlung des Gehirns im NREM-Schlaf und eine kleine, aber beständige Erwärmung während des REM-Schlafs fanden, änderte sich die Gehirntemperatur der Echsen nicht, wenn sie in den Schlafzustand mit wachähnlicher Hirnaktivität wechselten. Daher stellen die Forscher*innen die Hypothese in Frage, dass die Erwärmung des Gehirns generell dazu dient, das Gehirn auf den Wachzustand vorzubereiten.Copyright Graphik: Damond Kyllo

Bartagamen wärmen ihr Gehirn im Schlaf nicht auf, im Gegensatz zu Tauben und Säugetieren

Der Schlaf von Säugetieren setzt sich vor allem aus zwei Zuständen zusammen, dem NREM-Schlaf (Nonrapid Eye Movement) und dem REM-Schlaf, einem paradoxen Zustand mit wachähnlicher Hirnaktivität. Bei vielen Säugetieren erwärmt sich das Gehirn nach einer Abkühlung im NREM-Schlaf während des REM-Schlafs und bereitet sich so möglicherweise auf das Aufwachen vor. Forscher*innen der Gruppe "Vogelschlaf" in Zusammenarbeit mit dem Neuroscience Research Center in Lyon untersuchten nun die Gehirntemperatur bei Tauben und Bartagamen. Diese haben zwei Schlafzustände, die in mancher Hinsicht denen der Säugetiere ähneln. Während die Wissenschaftler*innen bei Tauben eine Abkühlung des Gehirns im NREM-Schlaf und eine kleine, aber beständige Erwärmung während des REM-Schlafs fanden, änderte sich die Gehirntemperatur der Echsen nicht, wenn sie in den Schlafzustand mit wachähnlicher Hirnaktivität wechselten. Daher stellen die Forscher*innen die Hypothese in Frage, dass die Erwärmung des Gehirns generell dazu dient, das Gehirn auf den Wachzustand vorzubereiten.

Copyright Graphik: Damond Kyllo

Sowohl bei Vögeln als auch bei anderen Arten können Paare erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung haben. Wissenschaftler*innen der Abteilung Verhaltensökologie und Evolutionäre Genetik haben in einer umfangreichen Analyse mit 23.000 Zebrafinkeneiern gezeigt, dass die Unfruchtbarkeit hauptsächlich auf die Männchen zurückzuführen ist, während die hohe Embryonensterblichkeit eher ein Problem der Weibchen ist. Inzucht, das Alter der Eltern und die Bedingungen, unter denen die Küken aufwuchsen, hatten überraschend wenig Einfluss darauf, ob sich Nachwuchs einstellte.Copyright Zeichnung: Yifan Pei

Warum Vögel Fortpflanzungsprobleme haben

Sowohl bei Vögeln als auch bei anderen Arten können Paare erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung haben. Wissenschaftler*innen der Abteilung Verhaltensökologie und Evolutionäre Genetik haben in einer umfangreichen Analyse mit 23.000 Zebrafinkeneiern gezeigt, dass die Unfruchtbarkeit hauptsächlich auf die Männchen zurückzuführen ist, während die hohe Embryonensterblichkeit eher ein Problem der Weibchen ist. Inzucht, das Alter der Eltern und die Bedingungen, unter denen die Küken aufwuchsen, hatten überraschend wenig Einfluss darauf, ob sich Nachwuchs einstellte.

Copyright Zeichnung: Yifan Pei

Watvögel lieben es nass. Sie suchen in feuchter Erde nach Insekten und anderen Krabbeltieren. Einige Arten wie der mexikanische Schneeregenpfeifer oder der Kampfläufer haben faszinierende Verhaltensweisen herausgebildet. Clemens Küpper und seine Arbeitsgruppe untersuchen in Langzeitstudien das Sozialverhalten dieser Vögel. Um das Thema Artenschutz kommen sie dabei nicht herum, denn wie viele Vogelgruppen gehen auch die Bestände der Watvögel weltweit dramatisch zurück.

Watvögel haben ausgefallene Verhaltensweisen zu bieten, stehen aber auch exemplarisch für den Verlust an Biodiversität

Watvögel lieben es nass. Sie suchen in feuchter Erde nach Insekten und anderen Krabbeltieren. Einige Arten wie der mexikanische Schneeregenpfeifer oder der Kampfläufer haben faszinierende Verhaltensweisen herausgebildet. Clemens Küpper und seine Arbeitsgruppe untersuchen in Langzeitstudien das Sozialverhalten dieser Vögel. Um das Thema Artenschutz kommen sie dabei nicht herum, denn wie viele Vogelgruppen gehen auch die Bestände der Watvögel weltweit dramatisch zurück.

Lärm macht krank – zumindest den Menschen. Der Gesundheit von Zebrafinken und dem Wachstum ihrer Küken schadet chronischer Verkehrslärm ebenfalls. Einer Studie von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterdrücken Straßengeräusche den Anstieg von Stresshormonen im Blut der Vögel, vermutlich um die negativen Konsequenzen von chronisch hohen Pegeln auf den Organismus zu vermeiden. Die Küken der Finken entwickelten sich zudem während der ersten Lebenstage langsamer, wenn sie in einem lauten Nest aufgezogen wurden.

Verkehrslärm stört normale Stressreaktionen und verzögert das Wachstum von Zebrafinken

Lärm macht krank – zumindest den Menschen. Der Gesundheit von Zebrafinken und dem Wachstum ihrer Küken schadet chronischer Verkehrslärm ebenfalls. Einer Studie von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterdrücken Straßengeräusche den Anstieg von Stresshormonen im Blut der Vögel, vermutlich um die negativen Konsequenzen von chronisch hohen Pegeln auf den Organismus zu vermeiden. Die Küken der Finken entwickelten sich zudem während der ersten Lebenstage langsamer, wenn sie in einem lauten Nest aufgezogen wurden.

Forschungsgruppenleiterin Daniela Vallentin erforscht in Seewiesen, was sich im Vogelgehirn abspielt, wenn die Tiere ihre Gesänge lernen. Im Interview erklärt sie ihre Forschung an Nachtigallen und warum sie sich diese Vogelart für ihr Projekt ausgesucht hat (bitte auf das Bild klicken).

"Für brauchbare Ergebnisse muss es den Vögeln gutgehen"

Forschungsgruppenleiterin Daniela Vallentin erforscht in Seewiesen, was sich im Vogelgehirn abspielt, wenn die Tiere ihre Gesänge lernen. Im Interview erklärt sie ihre Forschung an Nachtigallen und warum sie sich diese Vogelart für ihr Projekt ausgesucht hat (bitte auf das Bild klicken).

Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.(Foto: Axel Griesch)

Der Standort des Max-Planck-Instituts für Ornithologie am Bodensee ist nun ein eigenständiges Institut

Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.
(Foto: Axel Griesch)

Pressemitteilungen

Top-Adresse für Life Sciences-Forschung

29. April 2021

In den kommenden Jahren werden die Lebenswissenschaften im Fokus des wissenschaftlichen Wettbewerbs stehen – sowohl bei der Gewinnung herausragender Köpfe als auch hinsichtlich entsprechender attraktiver Infrastrukturen. Die Max-Planck-Gesellschaft ...

Weibliche Schneeregenpfeifer sind keine Rabenmütter

8. März 2021

Bei Schneeregenpfeifern haben die Weibchen die traditionellen Familienklischees überwunden. Sie verlassen oft die Familie, um mit einem neuen Partner ein Gelege zu beginnen. Die Männchen kümmern sich weiterhin um ihre Jungen, bis diese unabhängig ...

Globale Studie über Frequenzen von Vogelgesängen

22. Dezember 2020

Die Gesangsfrequenz eines Vogels hängt vor allem von seiner Körpergröße ab, wird aber auch von der sexuellen Selektion beeinflusst. Arten, bei denen die Männchen größer sind als die Weibchen, singen mit niedrigeren Frequenzen als aufgrund ihrer Größe ...

Warum Vögel Fortpflanzungsprobleme haben

30. September 2020

Sowohl bei Vögeln als auch bei anderen Arten können Paare erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung haben. Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen haben in einer umfangreichen Analyse mit 23.000 ...

Institutsseminarreihe in Seewiesen

Die nächste Reihe unserer Institutsseminare startet im Herbst 2021

Multimedia

Was wir von Singvögeln lernen können

Video
Wir müssen reden? - Wir müssen zuhören! Unter diesem Motto haben Forschungsgruppenleiterin Daniela Vallentin und Postdoc Fabian Heim über ihre Forschung zum Gesangslernen von Zebrafinken einen Vortrag bei Urania Berlin gehalten am 23.3.2021, der auf Youtube nachgeschaut werden kann (#BerlinBrains2021).

Hör mal!

Podcast
Was haben eigentlich Sprache und Musik, akustische Hologramme und Fledermäuse gemeinsam? Den Schall. Eine lange Podcast-Folge über das Phänomen des Hörens, u.a. mit Holger Goerlitz, Forschungsgruppenleiter "Akustische und Funktionelle Ökologie" in Seewiesen.
© detektor.fm

Youtuber "MrWissen2Go" zu Besuch in Seewiesen

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Im Rahmen einer Deutschlandreise zum Max-Planck-Tag am 14.9. besuchte Mirko Drotschmann auch das MPI in Seewiesen, um mit Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort interessante Fragen zu diskutieren. Im Gespräch: Manfred Gahr darüber, warum Vögel singen - oder eben nicht.

Evolution - lohnende Seitensprünge

Video
Die Auswahl des richtigen Partners ist auch bei Blaumeisen von entscheidender Bedeutung. Wer bis zu zehn hungrige Küken satt bekommen muss, braucht gutes Teamwork. Aber muss man deshalb auch in treuer Partnerschaft leben? Und ist das wirklich die beste Strategie für den Fortpflanzungserfolg?

Karriere  *  Chancengleichheit  *  Beruf und Famile


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