Direktor Bart Kempenaers, Leiter der Abteilung Verhaltensökologie und evolutionäre Genetik, wurde zum Ehrenmitglied der weltweit größten ornithologischen Gesellschaft ernannt. Damit würdigt und feiert die Gesellschaft, so wörtlich, "seine wertvollen Beiträge zur Ornithologie und sein Engagement für die Wissenschaft".

Bart Kempenaers zum Ehrenmitglied der Amerikanischen Ornithologischen Gesellschaft gewählt

Direktor Bart Kempenaers, Leiter der Abteilung Verhaltensökologie und evolutionäre Genetik, wurde zum Ehrenmitglied der weltweit größten ornithologischen Gesellschaft ernannt. Damit würdigt und feiert die Gesellschaft, so wörtlich, "seine wertvollen Beiträge zur Ornithologie und sein Engagement für die Wissenschaft".

Immer mehr künstliche Beleuchtung bei Nacht hat Folgen, insbesondere für nachtaktive Wildtiere, die nicht an solch hohe Lichtverhältnisse angepasst sind. So werden viele Aspekte des Verhaltens wie Futtersuche, Fortpflanzung oder Wanderungen beeinflusst. Wissenschaftler*innen der Forschungsgruppe Akustische und Funktionelle Ökologie zeigen nun in einer neuen Studie, dass künstliches Nachtlicht sich auch auf Nachtfalter fatal auswirken kann. Viele Nachtfalterarten können im Ultraschallbereich hören und machen verschiedene, oft erfolgreiche Ausweichmanöver im Flug, wenn sie eine sich nähernde, jagende Fledermaus wahrnehmen. Obwohl diese Räuber-Beute-Interaktion durch Schall ausgelöst wird, zeigt die Studie, dass ein lichtverschmutzter Nachthimmel das Ausweichflugverhalten von Nachtfaltern unterdrücken kann. Auch wenn gelegentlich letzte verzweifelte Manöver durchgeführt werden, könnte das künstliche Licht letztlich ihr Überleben dadurch stark einschränken.Foto © Christophe - stock.adobe.com

Künstliches Nachtlicht macht Nachtfalter zur leichten Beute für Fledermäuse

Immer mehr künstliche Beleuchtung bei Nacht hat Folgen, insbesondere für nachtaktive Wildtiere, die nicht an solch hohe Lichtverhältnisse angepasst sind. So werden viele Aspekte des Verhaltens wie Futtersuche, Fortpflanzung oder Wanderungen beeinflusst. Wissenschaftler*innen der Forschungsgruppe Akustische und Funktionelle Ökologie zeigen nun in einer neuen Studie, dass künstliches Nachtlicht sich auch auf Nachtfalter fatal auswirken kann. Viele Nachtfalterarten können im Ultraschallbereich hören und machen verschiedene, oft erfolgreiche Ausweichmanöver im Flug, wenn sie eine sich nähernde, jagende Fledermaus wahrnehmen. Obwohl diese Räuber-Beute-Interaktion durch Schall ausgelöst wird, zeigt die Studie, dass ein lichtverschmutzter Nachthimmel das Ausweichflugverhalten von Nachtfaltern unterdrücken kann. Auch wenn gelegentlich letzte verzweifelte Manöver durchgeführt werden, könnte das künstliche Licht letztlich ihr Überleben dadurch stark einschränken.
Foto © Christophe - stock.adobe.com

Der Schlaf von Säugetieren setzt sich vor allem aus zwei Zuständen zusammen, dem NREM-Schlaf (Nonrapid Eye Movement) und dem REM-Schlaf, einem paradoxen Zustand mit wachähnlicher Hirnaktivität. Bei vielen Säugetieren erwärmt sich das Gehirn nach einer Abkühlung im NREM-Schlaf während des REM-Schlafs und bereitet sich so möglicherweise auf das Aufwachen vor. Forscher*innen der Gruppe "Vogelschlaf" in Zusammenarbeit mit dem Neuroscience Research Center in Lyon untersuchten nun die Gehirntemperatur bei Tauben und Bartagamen. Diese haben zwei Schlafzustände, die in mancher Hinsicht denen der Säugetiere ähneln. Während die Wissenschaftler*innen bei Tauben eine Abkühlung des Gehirns im NREM-Schlaf und eine kleine, aber beständige Erwärmung während des REM-Schlafs fanden, änderte sich die Gehirntemperatur der Echsen nicht, wenn sie in den Schlafzustand mit wachähnlicher Hirnaktivität wechselten. Daher stellen die Forscher*innen die Hypothese in Frage, dass die Erwärmung des Gehirns generell dazu dient, das Gehirn auf den Wachzustand vorzubereiten.Copyright Graphik: Damond Kyllo

Bartagamen wärmen ihr Gehirn im Schlaf nicht auf, im Gegensatz zu Tauben und Säugetieren

Der Schlaf von Säugetieren setzt sich vor allem aus zwei Zuständen zusammen, dem NREM-Schlaf (Nonrapid Eye Movement) und dem REM-Schlaf, einem paradoxen Zustand mit wachähnlicher Hirnaktivität. Bei vielen Säugetieren erwärmt sich das Gehirn nach einer Abkühlung im NREM-Schlaf während des REM-Schlafs und bereitet sich so möglicherweise auf das Aufwachen vor. Forscher*innen der Gruppe "Vogelschlaf" in Zusammenarbeit mit dem Neuroscience Research Center in Lyon untersuchten nun die Gehirntemperatur bei Tauben und Bartagamen. Diese haben zwei Schlafzustände, die in mancher Hinsicht denen der Säugetiere ähneln. Während die Wissenschaftler*innen bei Tauben eine Abkühlung des Gehirns im NREM-Schlaf und eine kleine, aber beständige Erwärmung während des REM-Schlafs fanden, änderte sich die Gehirntemperatur der Echsen nicht, wenn sie in den Schlafzustand mit wachähnlicher Hirnaktivität wechselten. Daher stellen die Forscher*innen die Hypothese in Frage, dass die Erwärmung des Gehirns generell dazu dient, das Gehirn auf den Wachzustand vorzubereiten.

Copyright Graphik: Damond Kyllo

Sowohl bei Vögeln als auch bei anderen Arten können Paare erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung haben. Wissenschaftler*innen der Abteilung Verhaltensökologie und Evolutionäre Genetik haben in einer umfangreichen Analyse mit 23.000 Zebrafinkeneiern gezeigt, dass die Unfruchtbarkeit hauptsächlich auf die Männchen zurückzuführen ist, während die hohe Embryonensterblichkeit eher ein Problem der Weibchen ist. Inzucht, das Alter der Eltern und die Bedingungen, unter denen die Küken aufwuchsen, hatten überraschend wenig Einfluss darauf, ob sich Nachwuchs einstellte.Copyright Zeichnung: Yifan Pei

Warum Vögel Fortpflanzungsprobleme haben

Sowohl bei Vögeln als auch bei anderen Arten können Paare erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung haben. Wissenschaftler*innen der Abteilung Verhaltensökologie und Evolutionäre Genetik haben in einer umfangreichen Analyse mit 23.000 Zebrafinkeneiern gezeigt, dass die Unfruchtbarkeit hauptsächlich auf die Männchen zurückzuführen ist, während die hohe Embryonensterblichkeit eher ein Problem der Weibchen ist. Inzucht, das Alter der Eltern und die Bedingungen, unter denen die Küken aufwuchsen, hatten überraschend wenig Einfluss darauf, ob sich Nachwuchs einstellte.

Copyright Zeichnung: Yifan Pei

Forscher*innen um Manfred Gahr aus Seewiesen haben die Verwandtschaftsverhältnisse der Vogelfamilien auf der Erde untersucht und konnten erstmals die Verwandtschaftsbeziehungen aller Familien der Nicht-Sperlingsvögel und fast aller Familien der Sperlingsvögel aufklären. Der neue Stammbaum basiert auf Genabschnitten, die nicht für Proteine kodieren, aber Sequenzen enthalten, die jeweils spezifisch sind für die Familien und deren Gattungen.Copyright Foto: André Labetaa

Stammbaum der Vögel besser aufgelöst

Forscher*innen um Manfred Gahr aus Seewiesen haben die Verwandtschaftsverhältnisse der Vogelfamilien auf der Erde untersucht und konnten erstmals die Verwandtschaftsbeziehungen aller Familien der Nicht-Sperlingsvögel und fast aller Familien der Sperlingsvögel aufklären. Der neue Stammbaum basiert auf Genabschnitten, die nicht für Proteine kodieren, aber Sequenzen enthalten, die jeweils spezifisch sind für die Familien und deren Gattungen.
Copyright Foto: André Labetaa

In praktisch allen menschlichen Kulturen haben Paare Geschlechtsverkehr lieber im Verborgenen, ohne zuschauende Artgenossen. Yitzchak Ben Mocha aus der ehemaligen Humboldt Forschungsgruppe in Seewiesen hat Ethnographien aus 249 Kulturen analysiert und trotz erheblicher kultureller Unterschiede diese auffallende Übereinstimmung menschlicher Vorliebe gefunden. Auch nichtmenschliche Arten wie zum Beispiel die Graudrosslinge verbergen ihre Paarungen, um sexuelle Erregung von Zeugen zu verhindern, wie Ben Mocha in einer früheren Studie herausgefunden hat. Bei dieser Vogelart verpaaren sich nur die dominanten Männchen, die subdominanten Männchen helfen bei der Jungenaufzucht. Durch den heimlichen Sex können die dominanten Männchen gleichzeitig die Paarungskontrolle über ihre Partnerin und die Kooperation der Helfer aufrechterhalten, die an der Paarung gehindert werden. Ben Mocha entwickelte eine Hypothese, die voraussagt, bei welchen sozialen Arten sich die dominanten Gruppenmitglieder in der Regel heimlich Paaren.

Lieber im Verborgenen Lieben

In praktisch allen menschlichen Kulturen haben Paare Geschlechtsverkehr lieber im Verborgenen, ohne zuschauende Artgenossen. Yitzchak Ben Mocha aus der ehemaligen Humboldt Forschungsgruppe in Seewiesen hat Ethnographien aus 249 Kulturen analysiert und trotz erheblicher kultureller Unterschiede diese auffallende Übereinstimmung menschlicher Vorliebe gefunden. Auch nichtmenschliche Arten wie zum Beispiel die Graudrosslinge verbergen ihre Paarungen, um sexuelle Erregung von Zeugen zu verhindern, wie Ben Mocha in einer früheren Studie herausgefunden hat. Bei dieser Vogelart verpaaren sich nur die dominanten Männchen, die subdominanten Männchen helfen bei der Jungenaufzucht. Durch den heimlichen Sex können die dominanten Männchen gleichzeitig die Paarungskontrolle über ihre Partnerin und die Kooperation der Helfer aufrechterhalten, die an der Paarung gehindert werden. Ben Mocha entwickelte eine Hypothese, die voraussagt, bei welchen sozialen Arten sich die dominanten Gruppenmitglieder in der Regel heimlich Paaren.

Wissenschaftler aus der Abteilung Verhaltensneurobiologie haben die neuronalen Grundlagen des wechselseitigen Austauschs von Zebrafinkenpaaren untersucht, die lebenslange Partnerschaften eingehen. Die Forscher fanden heraus, dass beim Männchen Neuronen eines bestimmten Gehirnareals (der sogenannte HVC) aktiviert wurden, sobald es die Rufe seines Weibchens hörte, auch wenn dieses gar nicht anwesend war. Besonders spannend ist aber der Befund, dass diese HVC-Neurone in Anwesenheit der Weibchen, also im normalen sozialen Kontext, nur dann durch die Rufe der Weibchen erregt werden, wenn die Männchen ihn vorab erahnen konnten. In dem Fall entsteht vor dem weiblichen Ruf auf noch nicht geklärte Weise eine neuronale Erregung und dann eine Reaktion der genannten männlichen HVC Neurone. Das Männchen konnte auf diese Weise schneller auf die weiblichen Rufe antworten, was wahrscheinlich eine wichtige Rolle für den Paarzusammenhalt und damit den Bruterfolg spielt.

Zebrafinkenmännchen erahnen, wann ihre Partnerin kommunizieren will

Wissenschaftler aus der Abteilung Verhaltensneurobiologie haben die neuronalen Grundlagen des wechselseitigen Austauschs von Zebrafinkenpaaren untersucht, die lebenslange Partnerschaften eingehen. Die Forscher fanden heraus, dass beim Männchen Neuronen eines bestimmten Gehirnareals (der sogenannte HVC) aktiviert wurden, sobald es die Rufe seines Weibchens hörte, auch wenn dieses gar nicht anwesend war. Besonders spannend ist aber der Befund, dass diese HVC-Neurone in Anwesenheit der Weibchen, also im normalen sozialen Kontext, nur dann durch die Rufe der Weibchen erregt werden, wenn die Männchen ihn vorab erahnen konnten. In dem Fall entsteht vor dem weiblichen Ruf auf noch nicht geklärte Weise eine neuronale Erregung und dann eine Reaktion der genannten männlichen HVC Neurone. Das Männchen konnte auf diese Weise schneller auf die weiblichen Rufe antworten, was wahrscheinlich eine wichtige Rolle für den Paarzusammenhalt und damit den Bruterfolg spielt.

Kolibris sind die kleinsten Vögel mit der schnellsten Herzfrequenz und den größten Flugmuskeln, um nur einige rekordverdächtige Merkmale zu nennen. Einige Arten kommunizieren durch komplexe Laute, die früh im Leben gelernt werden, vergleichbar mit dem Spracherwerb des Menschen. Wie genau diese erzeugt werden, haben Wissenschaftler*innen aus Seewiesen jetzt in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Staatsammlung München mit Hilfe von dreidimensionalen Computertomographie-Scans herausgefunden. Mit ihnen konnten sie eine hochauflösende digitale Karte der Morphologie des Stimmorgans (Syrinx) des Schwarzkolibris erstellen. Durch ihre Lage an der Außenseite der Brusthöhle und dem Verlauf der Muskulatur wird die Syrinx bei den ausgedehnten Flugbewegungen nicht beeinträchtigt. Das kleine Organ enthält Knöchelchen, die möglicherweise mit der Erzeugung von hohen Tönen in Zusammenhang stehen. Insgesamt ermöglicht der Aufbau der Syrinx der Kolibris eine präzise Kontrolle und Produktion der Laute.

Das Stimmorgan des Schwarzkolibris ist perfekt angepasst an die Erzeugung komplexer Laute

Kolibris sind die kleinsten Vögel mit der schnellsten Herzfrequenz und den größten Flugmuskeln, um nur einige rekordverdächtige Merkmale zu nennen. Einige Arten kommunizieren durch komplexe Laute, die früh im Leben gelernt werden, vergleichbar mit dem Spracherwerb des Menschen. Wie genau diese erzeugt werden, haben Wissenschaftler*innen aus Seewiesen jetzt in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Staatsammlung München mit Hilfe von dreidimensionalen Computertomographie-Scans herausgefunden. Mit ihnen konnten sie eine hochauflösende digitale Karte der Morphologie des Stimmorgans (Syrinx) des Schwarzkolibris erstellen. Durch ihre Lage an der Außenseite der Brusthöhle und dem Verlauf der Muskulatur wird die Syrinx bei den ausgedehnten Flugbewegungen nicht beeinträchtigt. Das kleine Organ enthält Knöchelchen, die möglicherweise mit der Erzeugung von hohen Tönen in Zusammenhang stehen. Insgesamt ermöglicht der Aufbau der Syrinx der Kolibris eine präzise Kontrolle und Produktion der Laute.

Wandernde Stare sind Hochleistungssportler. Sie fliegen lange Strecken unter Bedingungen, die sie sehr nahe an ihre körperlichen Grenzen bringen können. Um gebrauchsfertigen Treibstoff für den hohen Energiebedarf der Muskeln zu liefern, steigt während des Fluges die Menge bestimmter Stoffwechselhormone (Glukokortikoide) im Blut der Tiere an. Allerdings ist eine erhöhte Konzentration dieser Hormone auf Dauer für den Körper schädlich. Ein Team von Forscher*innen aus Seewiesen, den USA und Polen zeigt in einer Studie mit Europäischen Staren im Windkanal, dass Anthocyane, ein wichtiger Bestandteil in roten Beeren, während langer Flüge als Antioxidanzien die übermäßige Produktion von Glukokortikoiden kontrollieren. Dies liefert neue Erkenntnisse darüber, dass Anthocyane in der Nahrung wichtige Stoffwechselfunktionen haben, die auch die durch Ausdauerflüge ausgelöste hormonelle Stressreaktion dämpfen.

Beeren regulieren Stoffwechselstress bei Zugvögeln

Wandernde Stare sind Hochleistungssportler. Sie fliegen lange Strecken unter Bedingungen, die sie sehr nahe an ihre körperlichen Grenzen bringen können. Um gebrauchsfertigen Treibstoff für den hohen Energiebedarf der Muskeln zu liefern, steigt während des Fluges die Menge bestimmter Stoffwechselhormone (Glukokortikoide) im Blut der Tiere an. Allerdings ist eine erhöhte Konzentration dieser Hormone auf Dauer für den Körper schädlich. Ein Team von Forscher*innen aus Seewiesen, den USA und Polen zeigt in einer Studie mit Europäischen Staren im Windkanal, dass Anthocyane, ein wichtiger Bestandteil in roten Beeren, während langer Flüge als Antioxidanzien die übermäßige Produktion von Glukokortikoiden kontrollieren. Dies liefert neue Erkenntnisse darüber, dass Anthocyane in der Nahrung wichtige Stoffwechselfunktionen haben, die auch die durch Ausdauerflüge ausgelöste hormonelle Stressreaktion dämpfen.

Watvögel lieben es nass. Sie suchen in feuchter Erde nach Insekten und anderen Krabbeltieren. Einige Arten wie der mexikanische Schneeregenpfeifer oder der Kampfläufer haben faszinierende Verhaltensweisen herausgebildet. Clemens Küpper und seine Arbeitsgruppe untersuchen in Langzeitstudien das Sozialverhalten dieser Vögel. Um das Thema Artenschutz kommen sie dabei nicht herum, denn wie viele Vogelgruppen gehen auch die Bestände der Watvögel weltweit dramatisch zurück.

Watvögel haben ausgefallene Verhaltensweisen zu bieten, stehen aber auch exemplarisch für den Verlust an Biodiversität

Watvögel lieben es nass. Sie suchen in feuchter Erde nach Insekten und anderen Krabbeltieren. Einige Arten wie der mexikanische Schneeregenpfeifer oder der Kampfläufer haben faszinierende Verhaltensweisen herausgebildet. Clemens Küpper und seine Arbeitsgruppe untersuchen in Langzeitstudien das Sozialverhalten dieser Vögel. Um das Thema Artenschutz kommen sie dabei nicht herum, denn wie viele Vogelgruppen gehen auch die Bestände der Watvögel weltweit dramatisch zurück.

Männliche Graubruststandläufer besuchen in der Regel mehrere Nistplatzorte während des kurzen arktischen Sommers. Dabei entscheiden sie wohl spontan, in welche Richtung sie als nächstes fliegen: Je nach dem, wohin der Wind sie trägt. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben mittels Satellitentelemetrie-Sendern die Flugbahnen von 80 Männchen verfolgt und herausgefunden, dass Brutgebiete in der russischen Arktis eher mit Rückenwind besucht werden. In der Arktis, wo der Sommer kurz und die Brutgelegenheiten unvorhersehbar sind, können die Tiere durch die Unterstützung des Winds wahrscheinlich Zeit und Energie sparen.

Einfach mal treiben lassen: Windrichtung bestimmt Brutgebiete von Strandläufern

Männliche Graubruststandläufer besuchen in der Regel mehrere Nistplatzorte während des kurzen arktischen Sommers. Dabei entscheiden sie wohl spontan, in welche Richtung sie als nächstes fliegen: Je nach dem, wohin der Wind sie trägt. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben mittels Satellitentelemetrie-Sendern die Flugbahnen von 80 Männchen verfolgt und herausgefunden, dass Brutgebiete in der russischen Arktis eher mit Rückenwind besucht werden. In der Arktis, wo der Sommer kurz und die Brutgelegenheiten unvorhersehbar sind, können die Tiere durch die Unterstützung des Winds wahrscheinlich Zeit und Energie sparen.

Papageien sind außerordentlich intelligent. So konnte der Graupapagei Alex, der mit rund 500 Wörtern kommunizierte, Fragen beantworten und spontan Objekte klassifizieren. Forscherinnen der Außenstelle Teneriffa des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen haben nun nachgewiesen, dass sie auch ein hohes Maß sozialer Intelligenz und Hilfsbereitschaft aufweisen. Die Vögel helfen Artgenossen, selbst wenn sie keine sofortige Gegenleistung für ihre Hilfe erhalten. Darüber hinaus erwidern sie Gefallen und reagieren nicht mit Neid, wenn Artgenossen eine größere Belohnung erhalten als sie selbst. Geistig sind Papageien damit auf dem Niveau von Rabenvögeln, Delfinen und Primaten.

Hilfsbereite und tolerante Papageien

Papageien sind außerordentlich intelligent. So konnte der Graupapagei Alex, der mit rund 500 Wörtern kommunizierte, Fragen beantworten und spontan Objekte klassifizieren. Forscherinnen der Außenstelle Teneriffa des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen haben nun nachgewiesen, dass sie auch ein hohes Maß sozialer Intelligenz und Hilfsbereitschaft aufweisen. Die Vögel helfen Artgenossen, selbst wenn sie keine sofortige Gegenleistung für ihre Hilfe erhalten. Darüber hinaus erwidern sie Gefallen und reagieren nicht mit Neid, wenn Artgenossen eine größere Belohnung erhalten als sie selbst. Geistig sind Papageien damit auf dem Niveau von Rabenvögeln, Delfinen und Primaten.

Lärm macht krank – zumindest den Menschen. Der Gesundheit von Zebrafinken und dem Wachstum ihrer Küken schadet chronischer Verkehrslärm ebenfalls. Einer Studie von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterdrücken Straßengeräusche den Anstieg von Stresshormonen im Blut der Vögel, vermutlich um die negativen Konsequenzen von chronisch hohen Pegeln auf den Organismus zu vermeiden. Die Küken der Finken entwickelten sich zudem während der ersten Lebenstage langsamer, wenn sie in einem lauten Nest aufgezogen wurden.

Verkehrslärm stört normale Stressreaktionen und verzögert das Wachstum von Zebrafinken

Lärm macht krank – zumindest den Menschen. Der Gesundheit von Zebrafinken und dem Wachstum ihrer Küken schadet chronischer Verkehrslärm ebenfalls. Einer Studie von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen zufolge unterdrücken Straßengeräusche den Anstieg von Stresshormonen im Blut der Vögel, vermutlich um die negativen Konsequenzen von chronisch hohen Pegeln auf den Organismus zu vermeiden. Die Küken der Finken entwickelten sich zudem während der ersten Lebenstage langsamer, wenn sie in einem lauten Nest aufgezogen wurden.

Forschungsgruppenleiterin Daniela Vallentin erforscht in Seewiesen, was sich im Vogelgehirn abspielt, wenn die Tiere ihre Gesänge lernen. Im Interview erklärt sie ihre Forschung an Nachtigallen und warum sie sich diese Vogelart für ihr Projekt ausgesucht hat (bitte auf das Bild klicken).

"Für brauchbare Ergebnisse muss es den Vögeln gutgehen"

Forschungsgruppenleiterin Daniela Vallentin erforscht in Seewiesen, was sich im Vogelgehirn abspielt, wenn die Tiere ihre Gesänge lernen. Im Interview erklärt sie ihre Forschung an Nachtigallen und warum sie sich diese Vogelart für ihr Projekt ausgesucht hat (bitte auf das Bild klicken).

Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.(Foto: Axel Griesch)

Der Standort des Max-Planck-Instituts für Ornithologie am Bodensee ist nun ein eigenständiges Institut

Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.
(Foto: Axel Griesch)


Pressemitteilungen

Warum Vögel Fortpflanzungsprobleme haben

30. September 2020

Sowohl bei Vögeln als auch bei anderen Arten können Paare erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung haben. Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen haben in einer umfangreichen Analyse mit 23.000 ...

Stammbaum der Vögel besser aufgelöst

11. August 2020

Forscher*innen um Manfred Gahr vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben die Verwandtschaftsverhältnisse der Vogelfamilien auf der Erde untersucht und konnten erstmals die Verwandtschaftsbeziehungen aller Familien der ...

Die komplexen Klangwelten der Fledermäuse

2. Juli 2020

Zwei Schatten umschwirren sich in der Abenddämmerung. In einem wilden Tanz von Jäger und Beute jagt eine Fledermaus einen Nachtfalter. Eine Verfolgungsjagd wie diese lässt das Herz von Holger Goerlitz höherschlagen. Der Leiter einer Emmy Noether ...

Feministinnen und Machos auf Strand und Wiese

20. Mai 2020

Watvögel lieben es nass. Sie suchen in feuchter Erde nach Insekten und anderen Krabbeltieren. Einige Arten wie der mexikanische Schneeregenpfeifer oder der Kampfläufer haben faszinierende Verhaltensweisen herausgebildet. Clemens Küpper und seine ...

Multimedia


Hör mal!

Podcast

Was haben eigentlich Sprache und Musik, akustische Hologramme und Fledermäuse gemeinsam? Den Schall. Eine lange Podcast-Folge über das Phänomen des Hörens, u.a. mit Holger Goerlitz, Forschungsgruppenleiter "Akustische und Funktionelle Ökologie" in Seewiesen.

© detektor.fm

Graupapageien helfen einander, Futter zu bekommen

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Graupapageien helfen Artgenossen, selbst wenn sie keine sofortige Gegenleistung für ihre Hilfe erhalten. Darüber hinaus erwidern sie Gefallen und reagieren nicht mit Neid, wenn Artgenossen eine größere Belohnung erhalten als sie selbst. Geistig sind Papageien damit auf dem Niveau von Rabenvögeln, Delfinen und Primaten.

Youtuber "MrWissen2Go" zu Besuch in Seewiesen

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Im Rahmen einer Deutschlandreise zum Max-Planck-Tag am 14.9. besuchte Mirko Drotschmann auch das MPI in Seewiesen, um mit Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort interessante Fragen zu diskutieren. Im Gespräch: Manfred Gahr darüber, warum Vögel singen - oder eben nicht.

Evolution - lohnende Seitensprünge

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Die Auswahl des richtigen Partners ist auch bei Blaumeisen von entscheidender Bedeutung. Wer bis zu zehn hungrige Küken satt bekommen muss, braucht gutes Teamwork. Aber muss man deshalb auch in treuer Partnerschaft leben? Und ist das wirklich die beste Strategie für den Fortpflanzungserfolg?

Karriere  *  Chancengleichheit  *  Beruf und Famile


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