Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.(Foto: Axel Griesch)

Der Standort des Max-Planck-Instituts für Ornithologie am Bodensee ist nun ein eigenständiges Institut

Die Erforschung von kollektivem Verhalten ist der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell und Konstanz. Neben den beiden bereits bestehenden Abteilungen von Martin Wikelski und Iain Couzin wird eine neue Direktorin berufen. Margaret Crofoot kommt von der University of California in Davis und wird die komplexen Gesellschaften und das Gruppenverhalten von Affen untersuchen.
(Foto: Axel Griesch)
Die Max-Planck-Gesellschaft wird mit dem neuen BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern in München eng zusammenarbeiten. Ziel ist es, Forschungsinhalte aus den im Life Science- und Umweltbereich forschenden Max-Planck-Instituten in die Ausstellungsplanung und Veranstaltungen von BIOTOPIA miteinfließen zu lassen. Dr. Moritz Hertel, der am Max-Planck-Institut für Ornithologie angesiedelt ist, ist seit Anfang 2019 MPG-BIOTOPIA-Koordinator.

Biotopia - Naturkundemuseum Bayern und Max-Planck-Gesellschaft unterzeichnen Memorandum of Understanding

Die Max-Planck-Gesellschaft wird mit dem neuen BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern in München eng zusammenarbeiten. Ziel ist es, Forschungsinhalte aus den im Life Science- und Umweltbereich forschenden Max-Planck-Instituten in die Ausstellungsplanung und Veranstaltungen von BIOTOPIA miteinfließen zu lassen.

Dr. Moritz Hertel, der am Max-Planck-Institut für Ornithologie angesiedelt ist, ist seit Anfang 2019 MPG-BIOTOPIA-Koordinator.
Die Echoortung nutzt für das Erkennen räumlicher Strukturen ähnliche Informationen wie unser Sehsinn. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen und der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigen in einer neuen Studie, dass Echos Informationen enthalten, die es den Tieren ermöglichen, verschieden strukturierte Oberflächen voneinander zu unterscheiden. So sticht zum Beispiel eine zappelnde Beute selbst auf einer bewegten Wasseroberfläche für die Fledermäuse akustisch heraus. (Foto Wasserfledermaus ©dietmar-nill.de)

Fledermäuse hören in 3D

Die Echoortung nutzt für das Erkennen räumlicher Strukturen ähnliche Informationen wie unser Sehsinn. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen und der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigen in einer neuen Studie, dass Echos Informationen enthalten, die es den Tieren ermöglichen, verschieden strukturierte Oberflächen voneinander zu unterscheiden. So sticht zum Beispiel eine zappelnde Beute selbst auf einer bewegten Wasseroberfläche für die Fledermäuse akustisch heraus. (Foto Wasserfledermaus ©dietmar-nill.de)
Beim Grillkuckuck sind die Geschlechterrollen vertauscht, nur die Männchen kümmern sich um die Aufzucht der Jungtiere. Trotz des enormen Aufwands während dieser Zeit haben sie jedoch durchaus noch Gelegenheiten zur Fremdvaterschaft, wenn auch deutlich weniger als Männchen, die gerade ‚frei‘ sind und kein Gelege versorgen.

Beim Grillkuckuck beeinträchtigt die Elternschaft das Sexualleben nur wenig

Beim Grillkuckuck sind die Geschlechterrollen vertauscht, nur die Männchen kümmern sich um die Aufzucht der Jungtiere. Trotz des enormen Aufwands während dieser Zeit haben sie jedoch durchaus noch Gelegenheiten zur Fremdvaterschaft, wenn auch deutlich weniger als Männchen, die gerade ‚frei‘ sind und kein Gelege versorgen.
Mutige Kohlmeisen brüten früher, wenn sie sich bedroht fühlen, ängstliche dagegen warten mit der Nachzucht. Diese Charakterunterschiede helfen, für die Population lebenswichtige Variationen zu erhalten, wie Biologen des MPIOs Seewiesen und der LMU zeigen.

Charakterunterschiede machen flexibel

Mutige Kohlmeisen brüten früher, wenn sie sich bedroht fühlen, ängstliche dagegen warten mit der Nachzucht. Diese Charakterunterschiede helfen, für die Population lebenswichtige Variationen zu erhalten, wie Biologen des MPIOs Seewiesen und der LMU zeigen.
Wer gut mit anderen zusammenarbeiten kann, kann auch ohne hochentwickeltes Gehirn gut kommunizieren. Das zeigen zwei neue Studien von Wissenschaftler*innen des MPIs für Ornithologie Seewiesen, des MPIs für Anthropologie in Leipzig und der Universität Osnabrück an Graudrosslingen. Sie haben entdeckt, dass sich diese Vögel bewusst und zielgerichtet untereinander austauschen und ihre Aufmerksamkeit koordinieren, also „teilen“ können. Diese Merkmale hochentwickelter Kommunikation waren bislang nur beim Menschen bekannt. Die Forscher*innen vermuten, dass die gemeinsame Aufzucht der Jungtiere die Entwicklung der komplexen Kommunikation dieser Vögel befördert haben könnte.

Kooperation fördert Kommunikation

Wer gut mit anderen zusammenarbeiten kann, kann auch ohne hochentwickeltes Gehirn gut kommunizieren. Das zeigen zwei neue Studien von Wissenschaftler*innen des MPIs für Ornithologie Seewiesen, des MPIs für Anthropologie in Leipzig und der Universität Osnabrück an Graudrosslingen. Sie haben entdeckt, dass sich diese Vögel bewusst und zielgerichtet untereinander austauschen und ihre Aufmerksamkeit koordinieren, also „teilen“ können. Diese Merkmale hochentwickelter Kommunikation waren bislang nur beim Menschen bekannt. Die Forscher*innen vermuten, dass die gemeinsame Aufzucht der Jungtiere die Entwicklung der komplexen Kommunikation dieser Vögel befördert haben könnte.
Die Abteilung Kollektivverhalten veranstaltet vom 26.08- 28.08.2019 die ASAB (Association for the Study of Animal Behaviour) Sommerkonferenz 2019 an der Universität Konstanz.Zur Registrierung und Abstract-Einreichung klicken Sie bitte auf das Bild. Folgen Sie uns auf Twitter (asab2019summer), wo wir die neuesten Ankündigungen und Informationen zur Konferenz veröffentlichen werden.

Willkommen zur ASAB Sommerkonferenz ‘New Frontiers in the Study of Animal Behaviour’ in Konstanz

Die Abteilung Kollektivverhalten veranstaltet vom 26.08- 28.08.2019 die ASAB (Association for the Study of Animal Behaviour) Sommerkonferenz 2019 an der Universität Konstanz.

Zur Registrierung und Abstract-Einreichung klicken Sie bitte auf das Bild.

Folgen Sie uns auf Twitter (asab2019summer), wo wir die neuesten Ankündigungen und Informationen zur Konferenz veröffentlichen werden.
Von Waldspitzmäusen ist bekannt, dass die Schädel- und Gehirngröße saisonal um bis zu 20 Prozent schwankt. In ihrer neuen Studie zeigen Forscher*innen unseres Instituts, dass die Schrumpfung und das erneute Wachstum abhängig sind von den Umweltbedingungen. Bei Tieren, die unter konstanten Temperaturen gehalten wurden, nahm die Schädelgröße nur langsam, aber konstant ab und nicht mehr zu.

Spitzmäuse schrumpfen und wachsen abhängig von den Umweltbedingungen

Von Waldspitzmäusen ist bekannt, dass die Schädel- und Gehirngröße saisonal um bis zu 20 Prozent schwankt. In ihrer neuen Studie zeigen Forscher*innen unseres Instituts, dass die Schrumpfung und das erneute Wachstum abhängig sind von den Umweltbedingungen. Bei Tieren, die unter konstanten Temperaturen gehalten wurden, nahm die Schädelgröße nur langsam, aber konstant ab und nicht mehr zu.
In niederschlagsreichen und in kalten Regionen sind Vögel oft dunkel gefärbt. Forscher um Bart Kempenaers aus Seewiesen bestätigen damit zwei eigentlich widersprüchliche Theorien zur Färbung von Tieren. Das Foto zeigt einen Buschflöter, der ein hell gefärbtes Gefieder hat. Er kommt in den Trockengebieten im Landesinneren Australiens vor. Der nah verwandte Schwarzschopf-Wippflöter hingegen lebt in der regenreichen Küstenzone und hat ein dunkles Gefieder.

Nässe und Kälte begünstigt dunkles Gefieder

In niederschlagsreichen und in kalten Regionen sind Vögel oft dunkel gefärbt. Forscher um Bart Kempenaers aus Seewiesen bestätigen damit zwei eigentlich widersprüchliche Theorien zur Färbung von Tieren. Das Foto zeigt einen Buschflöter, der ein hell gefärbtes Gefieder hat. Er kommt in den Trockengebieten im Landesinneren Australiens vor. Der nah verwandte Schwarzschopf-Wippflöter hingegen lebt in der regenreichen Küstenzone und hat ein dunkles Gefieder.
Vögel haben ein gutes Gedächtnis, aber im Gegensatz zu Säugetieren ist bisher noch kaum etwas darüber bekannt, wie sie Erlerntes während des Schlafes im Gedächtnis festigen. Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen und Kolleg*innen haben das nun untersucht und vermuten in ihrer neuen Studie, dass bei Vögeln Erinnerungen in anderer Art und Weise verarbeitet werden als bei Säugetieren.

Vögel speichern Erinnerungen möglicherweise anders ab als Säugetiere

Vögel haben ein gutes Gedächtnis, aber im Gegensatz zu Säugetieren ist bisher noch kaum etwas darüber bekannt, wie sie Erlerntes während des Schlafes im Gedächtnis festigen. Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen und Kolleg*innen haben das nun untersucht und vermuten in ihrer neuen Studie, dass bei Vögeln Erinnerungen in anderer Art und Weise verarbeitet werden als bei Säugetieren.


Pressemitteilungen

Vogelgehirne synchronisieren sich beim Duettgesang

12. Juni 2019

Bei den Mahaliwebern beginnt das Männchen oder das Weibchen mit seinem Gesang und der Partner setzt zu einem bestimmten Zeitpunkt ein. Schließlich singen beide alternierend und äußerst präzise aufeinander abgestimmt im Duett. Ein Forschungsteam unter ...

Jede Fledermaus reist anders

28. Mai 2019

Die Weibchen mancher Fledermäuse fliegen nach dem Winterschlaf hunderte von Kilometern, um in insektenreichen Regionen ihre Jungen zur Welt zu bringen. Anders als bei Vögeln ist weitgehend unbekannt, wie Fledermäuse den Energieverbrauch während des ...

Jagd auf Flughunde schadet auch dem Menschen

7. Mai 2019

Zum Abschluss ihrer sechstägigen Konferenz in Paris haben die Mitgliedsstaaten des Weltbiodiversitätsrates IPBES am 4. Mai den ersten Bericht zum weltweiten Zustand der biologischen Vielfalt und der Leistungen der Ökosysteme verabschiedet. Dem Report ...

Fledermäuse hören in 3D

23. April 2019

Die Echoortung von Fledermäusen verwendet trotz der unterschiedlichen Anatomie von Augen und Ohren Informationen über dreidimensionale Raumstruktur, wie sie auch der Sehsinn verwendet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts ...

Earth Day 2019: „Wir können Tiere nicht in Schutzgebiete sperren“

18. April 2019

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zeigt mit seinem alljährlichen Bericht „Environment Frontiers“ auf, welche Herausforderungen die natürlichen Lebensgrundlagen auf unserem Planeten künftig maßgeblich mitbestimmen werden. "Ökologische ...

Kooperation fördert Kommunikation

10. April 2019

Wer gut mit anderen zusammenarbeiten kann, kann auch ohne hochentwickeltes Gehirn gut kommunizieren. Das zeigen zwei neue Studien von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Ornithologie Seewiesen, des ...

Institutsseminarreihe in Seewiesen

Die nächste Reihe unserer Institutseminare startet im Herbst 2019.

Multimedia


Youtuber "MrWissen2Go" zu Besuch in Seewiesen

Youtuber "MrWissen2Go" zu Besuch in Seewiesen

Video

Im Rahmen einer Deutschlandreise zum Max-Planck-Tag am 14.9. besuchte Mirko Drotschmann auch das MPI in Seewiesen, um mit Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort interessante Fragen zu diskutieren. Im Gespräch: Manfred Gahr darüber, warum Vögel singen - oder eben nicht.

Evolution - lohnende Seitensprünge

Evolution - lohnende Seitensprünge

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Die Auswahl des richtigen Partners ist auch bei Blaumeisen von entscheidender Bedeutung. Wer bis zu zehn hungrige Küken satt bekommen muss, braucht gutes Teamwork. Aber muss man deshalb auch in treuer Partnerschaft leben? Und ist das wirklich die beste Strategie für den Fortpflanzungserfolg?

Karriere und Chancengleichheit am MPIO


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