Arbeitsgruppenleitung

Dr. Wolfgang Fiedler
Dr. Wolfgang Fiedler
Wissenschaftler/in
Telefon: +49 7732 1501-60
Raum: Radolfzell

ArbeitsgruppenmitarbeiterInnen

Monika Krome
Technische/r Assistent/in
Telefon: +49 7732 1501-20
Raum: Radolfzell
Heidi Schmid
Technische/r Assistent/in
Telefon: +49 7732 1501-28
Raum: Radolfzell

Header image 1396361001

Zentrale für Tiermarkierungen

Vogelkunde ist ohne die Figur des Vogelberingers kaum vorstellbar. Der klassische Ansatz, „breite“ Daten (wenig Datenpunkte von vielen Individuen), wie sie in der Vogelberingung gesammelt werden, wird jedoch mehr und mehr als überholt angesehen und durch „tiefe“ Daten (viele Datenpunkte von wenigen Individuen) ersetzt. Idealerweise versuchen wir, beide Ansätze miteinander zu kombinieren.

Wenn Genehmigungen und Finanzierung vorliegen, ist es heute einfach, vom Schreibtisch aus große Mengen an Bewegungsdaten wandernder Tiere zu sammeln. Moderne GPS-Logger und komfortable Software-Werkzeuge ermöglichen es uns, innerhalb von Sekunden eindrucksvolle Karten zu erstellen. Viele solcher Studien laufen Gefahr, auf diesem beschreibenden Niveau stehen zu bleiben. Wetter- und Fernerkundungsdaten sowie weitere Informationen, die die Logger selber sammeln, ermöglichen jedoch Analysen, die weit über das Niveau einfacher Lokalisierungen hinausgehen. Allerdings wird auch in den nächsten Jahren kein elektronisches Gerät, erst recht keins, das von einem Vogel getragen werden kann, in der Lage sein, die Vielfalt an Umweltinformationen und den Vogel selbst zu sammeln, die von einem scharfsinnigen menschlichen Beobachter erfasst werden kann. Menschliche Beobachter werden auch benötigt, wenn es um die Identifikation von Todesursachen vor Ort oder das Wiederfinden verlorener Sender und Logger geht – manchmal auch an sehr abgelegenen Orten. Nicht zuletzt ist es sehr sinnvoll, teure Loggertechnologien in Populationen einzusetzen, zu denen gute Hintergrundkenntnisse über Populationsdynamik, erwartete Sterblichkeitsrate, Wiederkehrraten und einiges mehr vorliegen. Wenn es darum geht, Konsequenzen verschiedener Zugstrategien zu verstehen, ist es erforderlich, Detailinformationen über Fitness und Mortalitäten zu bekommen. Bestückt man komplette „Nobodies“ unbekannter Populationen mit teurer Elektronik, kann die Bewertung ihres Lebenslaufes erheblich schwieriger oder unmöglich sein. Schließlich ist auch das Auffinden und der Zugang zu Nestern oder der Fang von Altvögeln eine Grundvoraussetzung dafür, dass überhaupt Logger angebracht werden können.

All diese Aktivitäten und Beobachtungen, die idealerweise zum einfachen Anbringen eines Loggers oder Senders an einen Vogel hinzukommen sollten, erfordern die enge Zusammenarbeit zwischen Vogelkunde-Amateuren und Profis. In der Vogelkunde kennen wir bereits diese traditionelle, fast einmalige und fruchtbare Verbindung zwischen Wissenschaftlern und Vogelberingern. Wir machen uns dafür stark, aus diesen Strukturen auch den besten Nutzen für das neue Zeitalter der elektronischen Markierungsmittel zu ziehen.

In einer großen Studie am Weißstorch über die Verbindungen von „Life History“-Merkmalen und Zugstrategien möchten wir Loggertechnolgie, Vogelberingung und die breitere Öffentlichkeit zusammenbringen, um eine breite und vielschichtige Datenbasis zu schaffen. Dies birgt einige Herausforderungen an Kommunikation und Datenhaltung. Die klassische Datenbank Movebank wurde durch die Animal Tracker App für Smartphones und ein Archiv für Metadaten erweitert. Zur Sammlung von Informationen über gestorbene Individuen wurden eine schnelle Eingreifgruppe und ein Netzwerk zahlreicher externen Unterstützer aufgebaut. Die hier entwickelten Strukturen und Arbeitsabläufe stehen über die Zentrale für Tiermarkierung auch für künftige große Telemetrieprojekte zur Verfügung.

Die Zentrale für Tiermarkierung sieht sich außerdem als Entwicklungs-, Sammlungs- und Verteilungsstelle für das erforderliche Knowhow für Besenderungsprojekte: welche Technologien empfehlen sich für welche Anwendung? welche Befestigungsmethoden des Loggers am Tier sollten gewählt werden? Welche arten- und tierschutzrechtlichen Genehmigungen sind erforderlich? Wie arrangiere ich am zweckmäßigsten ein Projekt in der Movebank?

Projekte

<span class="custom_marker">Die individuelle Markierung und Verfolgung von Vögeln mittels beschrifteter Fußringe, Peilsender oder anderer Methoden dient zur Ermittlung des Erfolges individueller Überlebensstrategien, demographischer Eckwerte, der Erforschung des Vogelzuges mit all seinen Facetten<br /></span>

Vogelberingung

Die individuelle Markierung und Verfolgung von Vögeln mittels beschrifteter Fußringe, Peilsender oder anderer Methoden dient zur Ermittlung des Erfolges individueller Überlebensstrategien, demographischer Eckwerte, der Erforschung des Vogelzuges mit all seinen Facetten
[mehr]
Schon immer haben sich Menschen gefragt, wohin die Vögel im Winter ziehen. Einen ersten Beleg dafür, dass Störche wirklich in Afrika überwintern, lieferten vor fast 200 Jahren Eingeborenenpfeile, die in zurückkehrenden Störchen steckten. Bei der Jagd hatten diese Pfeile

Das weltweite Zugverhalten des Weißstorchs

Schon immer haben sich Menschen gefragt, wohin die Vögel im Winter ziehen. Einen ersten Beleg dafür, dass Störche wirklich in Afrika überwintern, lieferten vor fast 200 Jahren Eingeborenenpfeile, die in zurückkehrenden Störchen steckten. Bei der Jagd hatten diese Pfeile [mehr]
Einige der weitesten Ringfunde, die wir in Europa kennen, stammen von Enten. Reiherenten können im Winter bis von weit östlich des Urals nach Mitteleuropa kommen, Knäkenten aus Nordeuropa überqueren Mitteleuropa auf dem Weg in Winterquartiere südlich der Sahara. Und selbst die Stockente,

Das Zugverhalten von Enten

Einige der weitesten Ringfunde, die wir in Europa kennen, stammen von Enten. Reiherenten können im Winter bis von weit östlich des Urals nach Mitteleuropa kommen, Knäkenten aus Nordeuropa überqueren Mitteleuropa auf dem Weg in Winterquartiere südlich der Sahara. Und selbst die Stockente, [mehr]
 
loading content
Zur Redakteursansicht