Adaptive Veränderungen von Glukokortikoiden bei sich verändernder Arbeitsbelastung

Jedes Individuum reagiert unterschiedlich auf energetische Belastungen. Generell lässt sich sagen, dass die Glukokortikoid-Grundwerte mit höheren Belastungen ansteigen, jedoch unterscheiden sich Individuen in der Höhe dieser Anpassung. Eine Erklärung für diese Unterschiede ist, dass die energetischen Kompromisse, die ein Tier zwischen unmittelbarem Überleben und Fortpflanzungserfolg treffen muss, abhängig sind von seinem allgemeinen physiologischen Zustand, wie z.B. seinem Ernährungszustand. Es ist jedoch auch denkbar dass Glukokortikoide keinen Kompromiss zwischen Überleben und Fortpflanzung vermitteln sondern beides fördern. Ich überprüfe diese beiden Hypothesen mit Experimenten in Gefangenschaft und im Freiland. Um zu sehen wie eine Erhöhung des Arbeitspensums sich im „richtigen Leben“ auswirkt führe ich Experimente mit wilden Kohlmeisen während der Brutsaison in einem Wald nahe des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Bayern durch. Für die Versuche in Gefangenschaft verwenden ich und meine Kooperationspartner Scott McWilliams und Ulf Bauchinger Stare (Sturnus vulgaris) die darauf trainiert wurden in einem Windtunnel zu fliegen.

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