Young Scientists

Young Scientists

Kids und Teens aus verschiedenen europäischen Ländern begleiten in diesem Projekt über viele Jahre hinweg Wissenschaftler unseres Instituts in bei ihrer Forschung, zum Biespiel das wissenschaftliche Projekt „Amseln ohne Grenzen“ unter Leitung von Dr. Jesko Partecke und dem Direktor des Instituts, Prof. Dr. Martin Wikelski.

Wissenschaftscamp "Lets Go! 3"
Im Sommer 2018 hieß es zum 3. Mal in Folge „Let’s Go!“. Dieses Jahr begleiteten wir Jungforscher das Team der Studie „Amseln ohne Grenzen“ nach Südfrankreich. Wir halfen bei der Feldarbeit, wo wir die ersten ICARUS-Tags an Amseln angebracht haben. mehr

Hintergrund: das Forschungsprojekt

Wissenschaftler haben festgestellt, dass es bei vielen Vogelarten zwei Gruppen von Vögeln gibt: Die einen fühlen sich in der Heimat absolut wohl, die anderen werden im Herbst von der Reiselust gepackt. Alle Amseln, die zum Beispiel in Russland leben, machen sich jedes Jahr auf den langen Weg in den Süden, um dem eisigen Sibirischen Winter zu entkommen. Im Gegensatz zu diesen sind die spanischen, italienischen oder französischen Amseln reine „Stubenhocker“, die auch über den Winter in ihrer Heimat verweilen. Damit nicht genug, in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es sowohl ziehende als auch sesshafte Amseln, die sogar in der gleichen Region zusammenleben. Mit Hilfe von Radio-Sendern beobachten die Wissenschaftler Martin Wikelski und Jesko Partecke sesshafte und ziehende Amselvölker aus verschiedenen Ländern (Russland, Finnland, Polen, Deutschland, Frankreich, Spanien) über mehrere Jahre hinweg. In Zukunft sollen außerdem die neuen ICARUS-Sender zum Einsatz kommen.

Mit den Forschern rätseln

Warum einige Vögel das Reisen lieben und andere an ihrem Geburtsort bleiben, ist immer noch ein Rätsel. Was passiert, wenn Amseln in den falschen Zug einsteigen und in die entgegengesetzte Richtung reisen? Können sie spontan reagieren, wenn das Klima sich ändert? Können wir von ihrem Verhalten etwas über unser Klima lernen? Lässt eine russische Amsel auf ihrem Weg in den Süden eine deutsche in ihren Zug einsteigen, um zusammen die spanischen Freunde zu besuchen? Wie unterhalten sich russische, deutsche und französische Amseln in ihren gemeinsamen Überwinterungsgebieten? Wer sagt denn den Amseln aus Russland im Frühjahr, dass es wieder Zeit ist, aus dem warmen Süden nach Hause in den Norden zu ziehen? Und wie steht es mit den Südländern? Wer bucht ihre Flüge?

Letztendlich stehen hinter all diesen Fragen zwei Vermutungen, auf die es gilt eine Antwort zu finden: Ist das „Wissen“ auf die Reisen gehen zu „müssen“ den Amseln angeboren? Oder beeinflussen Umweltfaktoren die Entscheidung der Amsel? - „Wenn ich in Radolfzell genügend Futter finde oder ein günstiges Restaurant, dann bleib ich doch diesen Winter hier!“ Bei diesem grenzenlosen Projekt ist es ebenso wichtig Umweltdaten mit einzubeziehen, wie auch die möglichen Einflüsse des Menschen in den verschiedenen „Amselregionen“ zu erörtern.

Mit den Amseln in der Welt der Wissenschaft

Amseln ziehen durch Europa und kennen dabei keine Grenzen. In den kommenden Jahren werden wir uns wie die Amseln real, aber auch virtuell und in Gedanken quer durch Europa bewegen. Wir werden das Projekt „Amseln ohne Grenzen“ mit all seinen Aspekten vom Anfang bis zum Ende mitverfolgen. Wir lernen den kleinen schwarzen Vogel mit dem orange/gelben Schnabel vor der Haustür, im Garten, in der Stadt, im Wald und in anderen Ländern näher kennen. Wir begleiten die Wissenschaftler, schauen ihnen über die Schulter, erfahren wie sie arbeiten, und welchen Hürden sie begegnen. Wir üben uns selbst an verschiedenen Methoden, im wissenschaftlichen Denken und Fragenstellen. Wir erleben wie manch ein Meilenstein gesetzt wird und wie neues Wissen geschaffen wird: „Unsere“ Amseln sollen mit unter den ersten Tieren sein, die die ersten ICARUS-Sender tragen werden.

Mit anderen gemeinsam

Es gibt vieles zu erleben: Wissenschaft, Abenteuer, Reisen und neue Erkenntnisse! Mit MaxCine und MPIO shippen, in Earthporns rumoxidieren, als Smombie wildlifeacting, egoshooting sightchanged, BFF with digital Natives mitten im Wifrok, futuring und arten. Ihr könnt Euch als Forscher, Berichterstatter oder Ausstellungsmacher erproben, sowie als Amselbotschafter und ICARUS-Botschafter in Euren Ländern, Euren Schulen auftreten. Ihr habt die Möglichkeit, jedes Jahr an einem 10-tägigen Camp, welches an unterschiedlichen Orten stattfinden wird, dabei zu sein.

Mit einem anderen Blick 

Während dieser Zeit möchten wir Euch auf Eurem Weg als forschende, frei denkende „Naturgenies“ bei verschiedenen Themen unterstützen und schulen. Es ist uns wichtig, das Projekt und Programm nicht detailliert vorab festzulegen, sondern immer wieder an Eure Bedürfnisse, Ideen und die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Mit ICARUS in die Zukunft

Wir möchten live mit dabei sein: Das System ICARUS - zur Erforschung von Tieren mit Hilfe von Weltraumsatelliten - soll die außerordentlichen Sinnesleistungen vieler Tiere - ihren sprichwörtlichen „siebten Sinn“ - für den Menschen nutzbar machen. Mit unserem Direktor Prof. Dr. Martin Wikelski, der dieses zukunftsweisende Projekt ins Leben ruft, erleben und erfahren wir, wie es weitergeht.

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