Kontakt Abteilungen Couzin & Wikelski

Dr. Daniel Piechowski
Dr. Daniel Piechowski
Wissenschaftskoordinator
Telefon: +49 7732 1501-19
+49 7531 88-4959

Kontakt Abteilung Gahr

Nicole Fritz
Nicole Fritz
Assistent/in des Direktors
Telefon: +49 8157 932-240
Fax: +49 8157 932-260

Kontakt Abteilung Kempenaers

Carmen Dobus
Assistent/in des Direktors
Telefon: +49 8157 932-232
Fax: +49 8157 932-400

Kontakt Forschungsgruppen

Diana Werner
Diana Werner
Teamassistentin
Telefon: +49 8157 932-425
Fax: +49 8157 932-214

Über uns

Forschung am Max-Planck-Institut für Ornithologie

Vögel sind vermutlich die attraktivste Gruppe von Lebewesen – keiner anderen Gruppe auf der Welt widmen sich so viele LiebhaberInnen und AmateurwissenschaftlerInnen. Als tagaktive Tiere sind Vögel überall –  nicht nur auf unseren Gehsteigen oder im Garten, tatsächlich trifft man sie selbst in der Antarktis oder mitten in der Sahara. Auch für Forschende stellen Vögel ideale Untersuchungsobjekte dar für eine Vielzahl grundlegender biologischer Fragestellungen. Denn sie sind weltweit verbreitet, artenreich, reich an Anpassungen und teilen wie kaum eine andere Tiergruppe ihre Lebensräume mit dem Menschen, wodurch sie wichtige Bioindikatorfunktion besitzen.

Am Max-Planck-Institut für Ornithologie mit seinen Standorten Seewiesen und Radolfzell arbeitet das wissenschaftliche Personal verteilt in vier Abteilungen und derzeit sechs unabhängigen Forschungsgruppen.

In der Abteilung Couzin werden in Gruppen lebende Tiere wie Fischschulen, Vogel- oder Insektenschwärmen studiert. Diese Tiergruppen zeigen häufig komplexe und koordinierte Verhaltensweisen, die sich aus sozialen Interaktionen zwischen Individuen ergeben. Die Abteilung kombiniert mathematische Modelle der Gruppendynamik mit Beobachtungs- und experimentellen Studien von Tieren in freier Wildbahn. Durch die Integration von Neurobiologie mit der Bewegungsökologie sozialer Gruppen bietet die Forschung in dieser Abteilung unuübertroffene Möglichkeiten, das Verhalten Einzelner im Kontext des Kollektivs zu quantifizieren.

Die Abteilung Gahr beschäftigt sich mit Vogelgesang, der viele Gemeinsamkeiten mit der menschlichen Sprache hat. Wie die Sprache ist auch die Entwicklung des Vogelgesang stark durch Lernprozesse beeinflusst. Die Forschenden am Max-Planck-Institut für Ornithologie untersuchen nicht nur die neuronalen Grundlagen des Lern- und Erinnerungsvermögens sowohl im motorischen als auch im sensorischen Bereich, sie möchten auch herausfinden, welche Rolle Hormone bei der geschlechtsspezifischen Differenzierung des Gehirngebietes spielen. Denn in der Regel ist das "vokale Kontrollsystem" (HVC) im Gehirn bei den singenden Männchen besser ausgebildet als bei den nicht singenden Weibchen.

In der Abteilung Kempenaers werden unterschiedliche Strategien zur Partnerwahl und der sexuellen Signalgebung bei Vögeln untersucht. Zu diesen gehören neben dem Gesang auch morphologische Merkmale wie Körpergröße, Gefiederfärbung und Schnabelfarbe. Die Forschenden möchten herausfinden, warum äußere Merkmale als auch Verhaltensmerkmale sich von Individuum zu Individuum unterscheiden und welche Mechanismen dafür sorgen, dass Variation in so großem Umfang erhalten bleibt. Da die Aufrechterhaltung solcher Merkmale mit individuellen Kosten verknüpft ist, sollten sie seinem Träger unter evolutionären Gesichtspunkten betrachtet einen Vorteil verschaffen. Eine spannende Frage ist daher, worin der Vorteil individueller Einzigartigkeit liegen könnte.

Die Abteilung Wikelski am Teilinstitut in Radolfzell will verstehen, warum Tiere wandern und wie sie überleben. Dazu werden Individuen mit technologisch ständig weiter entwickelten Biologgern ausgestattet. Die gewonnenen Daten werden in einer internationalen und allen zugänglichen Datenbank gespeichert. 2014 bis 2020 plant die ICARUS-Initiative auf der ISS ein neuartiges Beobachtungssystem zu etablieren, das auch sehr kleine Tiere global erfasst. Diese Forschungen werden zeigen, wie Organismen mit Klimaveränderungen, Krankheitserregern und menschlichen Einflüssen zurecht kommen.

In den sechs Forschungsgruppen, durch die Max-Planck-Gesellschaft oder extern finanziert, können begabte junge Forschende eigene Forschungsprogramme durchführen. Dabei werden nicht nur Vögel, sondern auch Fledermäuse, Spitzmäuse, Affen oder Fische untersucht.

 
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