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Dr. Simone Pika
Dr. Simone Pika
Forschungsgruppenleiter/in

Hier können Sie mitmachen!

In der Novemberausgabe der Apotheken-Zeitschrift "Baby und Familie" (Ausgabe 11/2015) ist ein Artikel über unser Projekt. Die Zeitschrift "Baby und Familie" liegt in allen Apotheken Deutschlands kostenlos zur Mitnahme aus.

Ganz herzlichen Dank...

...an Monika Krug, Jan Drosd und Dr. Heinz Krombholz, ohne die diese Studie nicht hätte realisiert werden können!

Meilensteine der Sprache - Mitmachprojekt

Meilensteine der Sprache

Eltern als MitforscherInnen gesucht!

Wir sind auf Ihre Mithilfe als Eltern angewiesen, um aussagekräftige Daten aus einem autentischen Umfeld, der Familie, zu erhalten:

Für die Studie „Meilensteine der Sprache” suchen wir Eltern von Babys im Alter zwischen 0 bis 24 Monaten, die sprachliche und nicht-sprachliche Entwicklungsschritte (=Meilensteine) ihres Kindes/ ihrer Kinder anhand eines Kalenders zur sprachlichen Entwicklung, der einen Teil der Online-Umfrage darstellt, beobachten und dokumentieren möchten.

In der Spalte rechts erfahren Sie, wie Sie teilnehmen können.

Wir bedanken uns schon jetzt für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Welche Gründe haben uns zu dieser Studie bewogen und welche Forschungsziele verfolgen wir?

Innerhalb unseres Forschungsprojekts „Meilensteine der Sprache” untersuchen wir die kommunikative Entwicklung von Kindern im Alter von 0 bis 24 Monaten anhand eines neuen und zukunftsweisenden Ansatzes.

Die Untersuchung gliedert sich in die folgenden Unterprojekte:

(1) In eine Makrostudie, in der Eltern anhand eines speziell entwickelten Entwicklungskalenders, die kommunikativen Meilensteine ihres Nachwuchses im Alter von 0-24 Monaten sowie Informationen zu ihren individuellen Einschlafritualen festhalten und

(2) In eine Citizen Science Aktion, in der an einem bestimmten Tag jeder interessierte Bürger, der engeren Kontakt zu einem vorsprachlichen Kind hat, ein Teil des Forschungsprozesses werden kann, indem er die kommunikativen Fähigkeiten des Kindes anhand unseres Entwicklungskalenders und Informationen zu den Einschlafritualen notiert und an uns weiterleitet.

Forschungsanlass

Kulturelle Unterschiede und ihr Einfluss auf die Sprachentwicklung kleiner Kinder

Obwohl zahlreiche Studien belegen, dass (a) gesprochene Sprache und Gestik sehr eng miteinander vernetzt sind, und (b) sich menschliche Kulturen anhand unterschiedlicher Gestenfrequenzen und Gestenformen unterscheiden, fokussieren die meisten bisherigen Entwicklungsstudien „nur” auf gesprochene Sprache und vernachlässigen den Einfluss von Kultur. Unser Forschungsvorhaben „Meilensteine der Sprache” hat deshalb zum Ziele, eine breitangelegte Untersuchung zur Entwicklung von kommunikativen Signalen bei vorsprachlichen Kindern in verschiedenen Kulturen durchzuführen: Deutsche Kultur, Kanadisch-französische Kultur, Kanadisch-englische Kultur, Kolumbianische Kultur, Türkische Kultur.

Zeitliches Investment der Mutter und die Bedeutung von Einschlafritualen

Da eine Theorie außerdem besagt, dass sich Sprache im Kontext des Einschlafrituals zwischen Mutter und Kind anhand von Singen und Blickkontakt entwickelt und somit das Investment der Mutter einen sehr großen Einfluss auf die Sprachentwicklung hat, wollen wir außerdem erforschen, inwieweit sich Einschlafrituale und zeitlicher Einsatz von Müttern in unserer Gesellschaft verändert haben und sich von anderen Kulturen unterscheiden.

Aktualisierung einschlägiger Entwicklungstabellen auf den heutigen Stand der Wissenschaft

Viele Angaben zur kommunikativen Entwicklung und der damit einhergehenden Meilensteine sind entweder widersprüchlich oder zielen vorwiegend auf die Entwicklung von gesprochener Sprache. Auf dieses Manko wurden wir durch detaillierte Literaturrecherche aufmerksam und stellten zudem fest, dass in den einschlägigen Entwicklungstabellen und -kalendern nicht ersichtlich oder nachvollziehbar ist, (a) auf welchen empirischen Daten diese beruhen, (b) wann sie erhoben wurden, (c) in welchen Kulturen sie durchgeführt wurden und (d) wie groß die Stichprobengröße war.

Die heutige Einschätzung der kommunikativen Entwicklung von Kindern durch medizinisches und psychologisches Fachpersonal beruht daher häufig auf veralteten und teilweise widersprüchlichen Daten und einer geringen Stichprobengröße. Folglich liefern die auf dieser Grundlage verfassten Entwicklungstabellen keine verlässlichen Angaben zur sprachlichen Entwicklung kleiner Kinder in der heutigen Zeit.

Aktuelle, zeitgemäße und vor allem fundierte Entwicklungstabellen sind jedoch nicht nur für Kinderärzte, Entwicklungspsychologen, klinische Psychologen, Pädagogen und Logopäden essentiell, um kommunikative Schwierigkeiten und Probleme von Kindern möglichst früh erkennen und somit bereits während ihrer Entstehung bestimmen und behandeln zu können. Auch Eltern dienen sie als wichtige Orientierungshilfen, um die kommunikative Entwicklung ihrer Kinder besser nachvollziehen und auch besser einschätzen können.

Forschungsziele

Ziel der geplanten Studie ist es deshalb, den aktuellen Wissensstand zur kommunikativen Entwicklung von Kindern mit Hilfe einer systematischen und kulturübergreifenden Datenerhebung auf den neuesten Stand zu bringen.

Zusätzlich soll unsere Studie Eltern die Möglichkeit geben, die kommunikative Entwicklung ihrer Kinder besser verstehen, mitverfolgen und einschätzen zu können. Das Projekt kann somit zu einem „gelasseneren” und kompetenteren Umgang bei der Entwicklungsbeobachtung von Kindern beitragen (z.B. wenn ein Kind den Meilenstein „Zeigen”  oder „Ein-Wortphase” nicht zeigt) und Eltern sowie Fachkräften aus kindermedizinischen, psychologischen und pädagogischen Bereichen gleichermaßen die Variabilität kommunikativer Entwicklungsprozesse nahe bringen.

Des Weiteren soll untersucht werden, inwieweit Einschlafrituale und damit verbundener Sprachgebrauch, Zeitinvestment und Blickkontakt Einfluss auf die Sprachentwicklung haben und sich zwischen Kulturen unterscheiden.

Die folgenden Fragen bilden den Kern unseres Forschungsvorhabens:

(1) Gibt es kommunikative Meilensteine, die von allen Kindern durchlaufen werden?

(2) Hat die Kultur einen Einfluss auf die Verwendung spezifischer Vokalisationen und/oder Gesten (z.B. Verwendung von kulturspezifischen Gesten wie nach vorne „Winken”, im Vergleich mit seitlich „Winken”, Zahl „Eins” mit dem Zeigefinger bzw. dem Daumen anzeigen. Pika, Nicoladis, & Marentette, 2009)?

(3) Werden Gesten vor Worten verwendet?

(4) Wann werden erste kommunikative Gesten verwendet (z.B. Objekte zeigen)?

(5) Wann werden erste konventionelle Gesten verwendet (z.B. Klatschen)?

(6) Wann werden multimodale Kombinationen verwendet (Geste + Vokalisation)?

(7) Wann werden Worte mit Gesten verbunden?

(8) Sind Einschlafrituale kulturspezifisch?

(9) Unterscheiden sich Kulturen in Bezug auf das Investment der Mütter?

 
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