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Dr. Dina Dechmann

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Ontogenese der Futtersuche bei nachtaktiven Tieren

Ontogenese der Futtersuche bei nachtaktiven Tieren

Man weiß wenig über die Art und Weise, wie Tiere lernen, was sie fressen sollen, und wo sie ihr Futter finden können. Diese Frage ist von essentieller Bedeutung bei Säugetieren, besonders während der kritischen Übergangsphase vom Säugling zum selbständigen Nahrungssucher. Die meisten Tiere lernen durch Nachahmung ihrer Verwandten oder sonstiger Artgenossen, aber wie sieht es bei nachtaktiven Tieren aus, wie z.B. Fledermäusen? Wir untersuchen die Bedeutung von Langzeit- (Gerüche) und Kurzzeit- (Geräusche) Signalen beim Erlernen der Nahrungssuche und ihre Auswirkungen auf die sozialen Netzwerke der Fledermäuse.

Ein wichtiger Faktor für die Beeinflussung des Lernverhaltens ist die Art der Nahrungsaufnahme. Bei Futterquellen, deren Verfügbarkeit sowohl zeitlich als auch örtlich nicht vorhersehbar ist, müssen junge Fledermäuse ihren Lehrern folgen und dicht in ihrer Nähe bleiben um zu lernen, wie sie ihre Nahrung finden und fressen können. Die neotropische Fransenlippenfledermaus (Trachops cirrhosus) zum Beispiel, frisst große Laubheuschrecken sowie Frösche. Laubheuschrecken kommen als Nahrungsquelle nicht in Gruppen vor und können nicht mit anderen geteilt werden. Aus diesem Grunde vermuten wir, dass bei diesen Insekten das Fressverhalten der Fledermäuse instinktgesteuert und nicht erlernt ist. Im Gegensatz dazu kommen Frösche in großen Gruppen von rufenden männlichen Tieren vor. In diesem Fall ist das Fressen von Fröschen eine erlernte Verhaltensweise und wir wollen untersuchen, wie hier ein kurzzeitiges Signal von kurzer Reichweite , der Paarungsruf des männlichen Frosches, beim Erlernen der Nahrungssuche verwendet wird.

Andere Fledermäuse wie z.B. Gelbohr-Fledermaus (Uroderma bilobatum) ernähren sich von Früchten, welche über mehrere Tage in großen Mengen vorhanden sind, wenn der Baum Früchte trägt. Die von den Fledermäusen gefressenen Früchte verströmen einen sehr starken Geruch, welcher noch an den Fledermäusen haftet, wenn sie zu ihrem Tagesschlafplatz zurückkehren. Dies kann als Langzeitsignal dienen, um den jungen Fledermäusen die erfolgreiche Nahrungssuche und auch die Auswahl geeigneter Futterarten zu vermitteln.

Mit diesen beiden Modellarten können wir also die Rolle des lang- und kurzzeitigen Signals bei der Vermittlung und dem Erlernen der Nahrungssuche von jungen Fledermäusen untersuchen, bei denen das Sehvermögen zur Weitergabe von Signalen nicht hilfreich ist.

 
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