Der Windkanal in Aktion

Fliegende Rosenstare und Tauben im Windkanal

Ein Zeitlupenfilm von Christian D. Hartmann

Möchten Sie im Windkanal forschen?

Für externe Wissenschaftler besteht die Gelegenheit, in Kooperation mit dem MPI für Ornithologie kürzere oder auch längere Projekte im Windkanal durchzuführen. In dieser Zeit steht Ihnen bei Bedarf auch das Gästehaus zur Verfügung.

Haben Sie eine Idee oder Fragestellung, melden Sie sich bitte bei Dr. Niels Rattenborg, rattenborg@orn.mpg.de, Tel. +49 8157 932 279

Windkanal

Windkanal

Im Jahr 1999 wurde nach Lund/Schweden der weltweit zweite Windkanal für Vögel in Seewiesen in Betrieb genommen. Der Kanal wurde in ein bereits bestehendes Gebäude so hineingebaut, dass die Flugkammer unter der dort vorhandenen Kuppel eines Planetariums zu liegen kam. Die ursprüngliche Funktion dieses Planetariums war, angehende Astronauten auf ihren Einsatz im All vorzubereiten. Mittels einer Zentrifuge in einen Schwerelosigkeits-ähnlichen Zustand versetzt, mussten Reaktions- und Orientierungstests absolviert werden. Für die Vögel, die im Windkanal ihren Frühjahrs- und Herbstzug absolvieren, sollte das Planetarium vor allem bei Arten zum Einsatz kommen, die auch oder sogar überwiegend des Nachts weite Strecken zurücklegen und dabei u. a. auch mit Hilfe der Sterne ihren Weg finden.


<p>Der Aufbau des Windkanals</p>
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Der Aufbau des Windkanals

In den ersten Jahren der Vogelzugforschung am Seewiesener Windkanal standen vor allem Fragen zum Stoffwechsel im Vordergrund (Herzraten, Flügelschlagfrequenzen, Wasserhaushalt, Fettstoffwechsel etc.): Wie managen die Tiere ihre alljährlichen weiten Reisen vom energetischen Gesichtpunkt aus? Welche „Tricks“ benutzen sie, um diese gewaltigen körperlichen Leistungen zu erbringen, die beispielsweise uns Menschen völlig unmöglich wären?

Außer diesen speziellen Fragen im Zusammenhang mit dem Vogelzug lassen sich am Seewiesener Windkanal auch generelle Daten zur Aerodynamik des fliegenden Vogels sammeln, da genau wie bei seinem Vorläufer in Lund/Schweden durch die Größe, die vielen Gleichrichter und die gewaltige Kontraktionskammer ein extrem niedrig-turbulenter Luftstrom in der Flugkammer erzeugt werden kann, der für präzise Messungen erforderlich ist.

Neben der rein wissenschaftlichen Nutzung der Anlage ist der Windkanal zu einem wichtigen Faktor in der Öffentlichkeitsarbeit des Institutes geworden. Ob Wissenschaftler, Hobbyornithologe oder Laie, ob Groß oder Klein: Für jeden bietet ein Besuch des Windkanals neue Einsichten, Erkenntnisse und Erlebnisse rund um den Vogelzug und die Ornithologie allgemein.

 
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