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Dr. Inge Müller

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Krankheitsökologische Untersuchungen an Stockenten am Bodensee

Krankheitsökologische Untersuchungen an Stockenten am Bodensee

Stockenten (Anas platyrhynchos) sind in ihrer Umwelt mit einer Vielzahl an Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) konfrontiert. Davon sind die meisten für die Tiere harmlos oder sogar von Vorteil, wie die Bakterien der Darmflora.

Darüber hinaus gibt es krankmachende Mikroorganismen (Pathogene), wie beispielsweise die aviären Influenzaviren. Bei schwachpathogenen Influenzaviren hat sich im Lauf der Evolution zwischen Pathogen und Wirt ein Gleichgewicht eingestellt, so dass dem Wirt trotz idealer Vermehrung des Virus kein Schaden durch Krankheit entsteht. Verändert sich das Pathogen, wie beispielsweise bei den hochpathogenen Influenzaviren (Vogelgrippevirus) oder ist das Immunsystem des Wirtes nicht in der Lage, die Infektion zu kontrollieren, kippt dieses Gleichgewicht und für den Wirt entstehen Nachteile.

Für die Stockente steht eine Vielzahl an grundlegenden Informationen aus verschiedenen Fachgebieten zur Verfügung, so dass sie ein bevorzugtes Modelltier für die Untersuchung immunökologischer Fragen darstellt. Am Institut werden Stockenten in neu erbauten Entenvolieren kurzfristig zur Untersuchung oder auch langfristig zur Zucht gehalten. Hier werden die Enten auf Krankheitserreger getestet und verschiedene Parameter ihres Immunsystem untersucht, bevor sie mit GPS- und Beschleunigungssendern, sowie Herzfrequenz- und Körpertemperaturloggern ausgerüstet in die Freiheit entlassen werden. So können die Interaktionen von Wirt und Pathogen in der freien Wildbahn untersucht und weitere Fragen der Immunökologie beantwortet werden: Wie ist das Immunsystem beschaffen und welche Auswirkungen ergeben sich daraus für das Überleben und die Fortpflanzung der Enten? Wie verändern sich Energiehaushalt und Körpertemperatur? Wie werden ihre Wanderbewegungen beeinflusst? Warum und wie stirbt eine Stockente?

 
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