Forschungsgruppenleitung

Dr. Holger R. Goerlitz
Dr. Holger R. Goerlitz
Forschungsgruppenleiter/in
Telefon: +49 8157 932-372

Kontakt

Diana Werner
Diana Werner
Teamassistentin
Telefon:+49 8157 932-375Fax:+49 8157 932-344

Aktuelles

[01/2018] A great busy start to the year:

  • Toni joins us for three months on a DAAD stipend, working her in the lab instead of in the field in Bulgaria. Welcome!
  • Claire Hermans also joins for five months, to learn acoustic (tracking) methods and to conduct an extensive calibration of our acoustic localisation system. Welcome!
  • And welcome to Eryn Chang, preparing for her MSc field work in Thailand (with Sara Bumrungsri) on the sexual dimorphism in call frequency of acuminate horseshoe bats.
  • The German Bat Research Meeting took place again. Holger presented an invited plenary lecture, Daniel and Thejasvi gave talks, and Theresa, Toni and Verena presented posters. See you again in January 2020, organised by us and the groups of Lutz Wiegrebe and Uwe Firzlaff.

[11/2017] Welcome Paula Iturralde! Paula joins us from the Gloriana Chaverri's lab at the Universidad de Costa Rica for two months to learn all about acoustic tracking of bats. 

[10/2017] New paper outTheresa's MSc thesis, together with work by Vincent and Amanda, now published in Behavioural Ecology and Sociobiology: Interspecific information transfer takes place between bat species based on echolocation calls, but it depends on call shape, foraging ecology, context, and very likely feeding buzz density. Extensive details in the discussion. #openaccess.

[more]

Twitter @AcFuncEcolGroup und @batmoths

Über uns

Forschungsgruppe Akustische und Funktionelle Ökologie

Die Forschungsgruppe „Akustische und Funktionelle Ökologie“ hat am 1. März 2014 ihre Arbeit aufgenommen, gefördert durch das fünfjährige Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Gruppe untersucht die Mechanismen, Ökologie und Evolution von Sinneswahrnehmungen und auditorisch gesteuertem Verhalten bei echoortenden Fledermäusen und hörenden Nachtfaltern.

Sensorische Prozesse sind die Voraussetzung, damit ein Tier seine Umwelt wahrnehmen und mit dieser Umwelt interagieren kann, einschließlich solcher für das Überleben entscheidender Aktivitäten wie Nahrungssuche und Räubervermeidung. Demensprechend unterlag nicht nur die Morphologie der Tiere der natürlichen Selektion, sondern auch deren Sinnessysteme und Verhalten. Unser übergeordnetes Forschungsziel ist ein funktionelles Verständnis von Sinnessystemen und deren Bedeutung für ökologische und evolutionäre Prozesse. Dazu untersuchen wir Fledermäuse und Nachtfalter als zwei Modellsysteme für komplexe und einfache auditorische Verarbeitung und auditorisch gesteuertes Verhalten. 

Echoortende Fledermäuse nutzen zu großen Teilen auditorische Information zur Orientierung, Nahrungssuche und Kommunikation. Fledermäuse sind daher ein hervorragendes Modellsystem, um auditorische Verarbeitung und die Anpassungen von Sinnessystemen an die ökologischen Anforderungen eines Tieres zu untersuchen. In unserer Arbeit erforschen wir die schall-basierte Wahrnehmung der Umwelt, die Bedeutung von Schallen für inner- und zwischen-artliche Interaktionen, dynamische Aspekte der sensorische Verarbeitung zur Wahrnehmung komplexer und variabler auditorischer Szenen, und die Effekte der Umwelt, einschließlich zum Beispiel des Klimawandels, auf die schall-basierte Wahrnehmung. 

Das Gehör von Nachtfaltern der Gruppe der Noctuoidea ist, im Gegensatz zu dem flexiben Sinnes- und Motorsystem der Fledermäuse, einfach und besteht aus nur 1-4 auditorischen Neuronen, die ein zweistufiges Ausweichverhalten auslösen. Die gut verstandene Neurobiologie des Nachtfalterohres ist eine hervorragende Grundlage, um nun das Ausweichverhalten systematisch zu untersuchen, welches der durch Fledermäuse selektierte Phänotyp ist. Die verschiedenen Nachtfalterfamilien unterscheiden sich in der Zahl der auditorischen Rezeptorzellen und zusätzlicher Anti-Räuber-Strategien, wodurch wir die Funktion und den adaptiven Wert des Ausweichverhaltens und dessen Variabilität (protean behaviour) in einem vergleichenden Ansatz untersuchen können. Insbesondere testen wir biologische Hypothesen bezüglich der Risiko-abhängigen Evolution des erratischen Flugs, des Andauerns des Ausweichflugs ohne sensorische Stimulation, und der phänotypsichen Variabilität als Anpassung an den Räuberdruck. 

Echoortende Fledermäuse und Nachtfalter mit Ohren befinden sich in einem eng verzahnten evolutiönaren Wettrüsten. Diese Räuber-Beute-Beziehung basiert ausschließlich auf akustischer Information und auf auditorisch gesteuertem Verhalten zur Nahrungssuche und Räubervermeidung. Beide Gruppen sind daher ein ideales Modellsystem zur Untersuchung auditorischen Verhaltens an zwei Extremen der sensorischen Verarbeitung. Da beide Gruppen auf funktionaler, ökologischer und evolutionärer Ebene miteinander interagieren, ergibt sich ein vielschichtiges und komplexes System gegenseitiger Beeinflussung und Abhängigkeit. Mit unserer Forschung untersuchen wir die auditorische Verarbeitung und auditorisch gesteuertes Verhalten auf all diesen Ebenen, vom Individuum bis zur Population. 

 
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