Leiter der Forschungsgruppe

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PD Dr. Björn Siemers

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Max-Planck-Forschungsgruppe Sinnesökologie

Max-Planck-Forschungsgruppe Sinnesökologie

Die sensorischen und kognitiven Fähigkeiten von Tieren beeinflussen ganz entscheidend ihre Fähigkeit zum Überleben. Jede Art ist ihrer ökologischen Nische, der Summe aller Faktoren ihres Lebensraumes, sehr effektiv angepasst, in Hinsicht auf beispielsweise Quartiersuche, Partnersuche und insbesondere Nahrungssuche. Unsere Forschung beschäftigt sich mit dem evolutionären Wechselspiel zwischen dem sensorischen und kognitiven Leistungsvermögen eines Organismus und seiner ökologischen Nische.

Die sensorischen Fähigkeiten eines Lebewesens bestimmen, welche Signale seiner Umwelt es wahrnehmen kann und wie die verschiedenen Sinnesempfindungen gesammelt werden. Kognitive Fähigkeiten bezeichnet die Befähigung, diese Informationen weiterzuverarbeiten.

Um phylogenetische (das heißt abstammungsbedingte), evolutionäre und ökologische Effekte voneinander zu trennen, folgen unsere Experimente einem vergleichenden Ansatz. Wir arbeiten mit Fledermäusen (Glattnasen Vespertilionidae und Hufeisennasen Rhinolophidae), Spitzmäusen und mit nachtaktiven Primaten (v.a. Mausmakis in Madagaskar).

Vertreter dieser drei Gruppen stehen bei der Nahrungssuche vor ähnlichen Herausforderungen, nämlich ihre Nahrung, d.h. Insekten, in, an oder auf der Vegetation ausfindig zu machen. Während die fliegenden Fledermäuse und die kletternden Primaten jedoch in einem dreidimensionalen Lebensraum zurechtkommen (müssen), spielt sich das Leben der Spitzmäuse am Boden in zwei Dimensionen ab. Nicht zuletzt dadurch gestaltet sich auch die Art und Weise, wie die Insektenbeute gegriffen wird, unterschiedlich. Zusätzlich unterscheiden sich die drei Gruppen in ihrer Lebensdauer und damit verbunden ihrem Sozialleben und der Möglichkeit, Strategien zur Nahrungssuche zu erlernen. Damit bilden die drei Gruppen ein Modellsystem, dass sich hervorragend dazu eignet, die evolutive Anpassung der sensorischen und kognitiven Fähigkeiten eines Tieres an seine ökologische Nische zu studieren.

Darauf aufbauend ergibt sich die spannende Frage, wie diese Unterschiede in sensorischen und kognitiven Fähigkeiten das Zusammenleben der Tiere beeinflussen. Eine Möglichkeit wäre, dass sich die Konkurrenz reduziert, weil beispielsweise eine Art nur größere Beutetiere wahrnehmen kann und jagt, und eine andere Art sensorisch befähigt ist, auch kleinere Insekten aufzuspüren und auf diese Beute „ausweicht“. Die Überlappung der Nahrungsnischen wird damit geringer und beide Arten können nebeneinander überleben (sensory niche partitioning: sensorische Nischenaufteilung).

 
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