Direktor der Abteilung

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Prof. Dr. Bart Kempenaers

Ansprechpartner

Carmen Dobus
Assistent/in des Direktors
Telefon: +49 8157 932-232
Fax: +49 8157 932-400

Über uns

Abteilung Verhaltensökologie und evolutionäre Genetik

Wer ist der perfekte Partner und wie findet man sie oder ihn? Das ist eine Frage, die irgendwann jeden einmal beschäftigt, und der Schlüssel zum Verständnis vieler Aspekte tierischen Verhaltens. Unsere Forschung dreht sich um die Evolution von Partnerwahl, Partnertreue und elterliche Brutfürsorge bei Vögeln. Wir untersuchen, warum sich Individuen in ihrem Paarungsverhalten unterscheiden, und wie sich das auf ihren Fortpflanzungserfolg und ihre Überlebenswahrscheinlichkeit auswirkt.

Der Begriff "Individualität" ist uns allen geläufig: jedes Mitglied einer Art, also jedes Individuum, ist tatsächlich einzigartig. Dabei variieren nicht nur äußere Merkmale – beim Menschen beispielsweise Augen- und Haarfarbe, Haarstruktur, Körpergröße etc., oder bei Vögeln ebenfalls die individuelle Größe, die Ausprägung der Gefiederfärbung, die Schnabelfarbe –, sondern auch Verhaltensmerkmale wie Partnerwahlstrategien oder Konkurrenzverhalten. Welche Mechanismen sorgen dafür, dass Variation in so großem Umfang erhalten bleibt? Sind sie das Ergebnis sexueller Selektion? Welche Informationen sind damit verknüpft oder dienen sie der individuellen Erkennung?

Im Zentrum unserer Forschungen stehen vor allem Partnerwahl und sexuelle Signalgebung bei Vögeln. Nach welchen Kriterien erfolgt die Partnerwahl? Warum gibt es Promiskuität (Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern)? Welche Merkmale werden als sexuelle Signale genutzt? Welche Kosten müssen die Tiere dafür in Kauf nehmen? Um diese Fragen zu beantworten, untersuchen wir sowohl Vögel im Freiland als auch in Gefangenschaft. Dabei werden die Feldbeobachtungen durch molekulare Methoden (DNA Profiling-Techniken), Spektrophotometrie, Mikroskopie und Bildanalyse ergänzt.

Unser Hauptuntersuchungsobjekt sind Blaumeisen (Cyanistes caeruleus). Sie brüten in Nistkästen, die sich in großer Dichte aufhängen lassen, sodass unser Untersuchungsgebiet in der Nähe von Landsberg am Lech, Bayern, einem großen Feldlabor gleicht. Das Blaumeisen-Projekt ist ein Langzeit-Projekt, in dem eine Vielzahl von Daten gesammelt werden, um verschiedene Fragen beantworten zu können. Mittlerweile liegen Daten aus einem Untersuchungszeitraum von acht Jahren vor. Darüber hinaus arbeiten wir aber auch mit zahlreichen anderen Vogelarten, unter anderem untersuchen wir die Partnerwahlstrategien an zwei arktischen Brutvogelarten, dem monogamen Bergstrandläufer (Calidris pusilla) und dem polygamen Graubruststrandläufer (Calidris melanotos). Diese Studien werden in einem Tundragebiet in Barrow, Alaska, durchgeführt.

 
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