
Das Echoortungssystem der Fledermäuse hat sich hauptsächlich zum Zwecke der Orientierung und Nahrungssuche entwickelt. Ein Ziel unserer Forschung ist herauszufinden, wie wichtig die Echooortung für die Kommunikation ist. Desweiteren untersuchen wir die Rufe von Spitzmäusen und ihre mögliche Rolle für die Kommunikation.
Viele Tiere nutzen akustische Signale um andere Arten zu erkennen. Bislang ist bekannt, dass die meisten Tiere unterscheiden können, ob ein Ruf von einem Artgenossen oder einer fremden Spezies stammt. Was wir allerdings nicht wussten ist, ob Tiere auch die Signale verschiedener fremder Arten, mit denen sie ihr Habitat teilen, auseinander halten können. In unseren Experimenten konnten wir nun zeigen, dass Hufeisennasen-Fledermäuse tatsächlich dazu in der Lage sind (Schuchmann & Siemers 2010).
Arten wie der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) finden geeignete Schlafplätze anhand der Echoortungsrufe von Artgenossen. In Verhaltensexperimenten wurden Baumhöhlen, aus denen die Rufe von Artgenossen vom Band ertönten, schneller von den Tieren besiedelt als "stumme" (Ruczynski et al. 2009).