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Stefan Greif

Doktorand

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Sándor Zsebők

Doktorand

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Daniela Schmieder

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Dr. Sophie von Merten

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Frauke Krüger

Doktorandin Christian-Albrechts-Universität Kiel

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, Abteilung Landschaftsökologie

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Sara Troxell

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<p>Spieglein, Spieglein...</p>

Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) versucht von der glatten Metalloberfläche zu trinken, die echtem Wasser echoakustisch zum Verwechseln ähnlich ist.

Originalveröffentlichungen

Richard A. Holland, Ivailo Borissov, Björn M. Siemers
A nocturnal mammal, the greater mouse-eared bat, calibrates a magnetic compass by the sun
Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS), 107: 6941-6945 (2010)
Stefan Greif, Björn M. Siemers
Innate recognition of water bodies in echolocating bats
Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms1110 (2010)
Björn M. Siemers, Grit Schauermann, Hendrik Turni, Sophie von Merten
Why do shrews twitter? Communication or simple echo-based orientation
Biology Letters 5: 593-596 (2009)

 

Orientierung und Habitaterkennung

Orientierung und Habitaterkennung

Was ist die wichtigste Ressource allen Lebens? Wasser. Wie also finden Tiere Wasser? Für die meisten Tiere würde man annehmen, über ihren Seh- oder Geruchssinn. Fledermäuse besitzen aber noch einen "sechsten Sinn": die Echoortung. Spitzmäuse stoßen ebenfalls hochfrequente Laute aus wenn sie ein neues Gebiet erkunden. Haben diese kleinen bodenbewohnenden Säugetiere ebenfalls Echoortung entwickelt, um sich Informationen über ihre Umgebung zu verschaffen, die ihnen weder Auge noch Tasthaar vermitteln können?

Wie viele andere Tiere finden auch Fledermäuse und Spitzmäuse ihren Weg nach Hause wenn man sie an einem unbekannten Ort freilässt. Wie genau sie sich allerdings auf ihren Wegen orientieren ist nicht genauer bekannt. Natürlich spielen Landmarken eine wichtige Rolle, also optische, akustische oder olfaktorische Wegweiser. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Fledermäuse sich auch am Magnetfeld der Erde orientieren können. In Zusammenarbeit mit Dr. Richard Holland (damals MPI für Ornithologie in Radolfzell, heute Queen's Universität in Belfast) untersuchten wir das Orientierungsverhalten von freilebenden Großen Mausohren (Myotis myotis), nachdem sie entweder bei oder nach Sonnenuntergängen einem gedrehten Magnetfeld ausgesetzt gewesen waren. Eine Manipulation des Magnetfelds während der Abenddämmerung hatte eine Verschiebung der Orientierung der Tiere um 90° gegen den Uhrzeigersinn zur Folge, was der Drehung des Magnetfeldes entsprach. Änderte sich das Magnetfeld hingegen erst nach Sonnenuntergang, flogen die Tiere direkt nach Hause. Diese Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig die Sonne als absoluter geografischer Referenzpunkt zur Orientierung ist (Holland et al. 2010).

Die Echoortung von insektengroßer Beute ist bei Fledermäusen sehr gut untersucht, ganz im Gegensatz zu ihrer Interpretation weiter Flächen als verschiedene Habitattypen. Wir waren besonders daran interessiert, wie Fledermäuse per Echoortung Wasseroberflächen erkennen können, ob dies prinzipiell möglich ist, ob dieses Verhalten erlernt ist und unter welchen Umständen es angewendet wird um Wasser zum Jagen, zum Trinken oder einfach nur als Landmarke zur Orientierung zu finden. Für unser Experiment (gefördert durch das Human Frontiers Science Program) wurden freilebende Fledermäuse 15 verschiedener Arten vorübergehend in unseren Flugraum gebracht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tiere jegliche größere, ebene und echoakustisch glatte Oberfläche als Wasser wahrnehmen und versuchen, davon zu trinken, auch wenn andere Sinneseindrücke (wie z.B. Seh- und Tastsinn) ihnen Gegenteiliges vermitteln. Selbst von Hand aufgezogene Jungtiere, die noch niemals zuvor eine Wasseroberfläche erfahren hatten, versuchten spontan zu trinken. Dies beweist die angeborene Wahrnehmung von Wasser durch echoakustische Sinneseindrücke (Greif & Siemers 2010).

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<p><sub>Home, sweet home</sub></p>

Die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) erkundet zum ersten Mal ihr neues Zuhause, dabei entdeckt sie auch die Futterschüssel (rechts oben) und frisst ein paar Mehlwürmer.

Um die Funktion des "Zwitscherns" von Spitzmäusen zu untersuchen, wurden Aufnahmen der Rufe von Waldspitzmäusen (Sorex araneus) und Hausspitzmäusen (Crocidura russula) angefertigt, während die Tiere eine ihnen unbekannte Umgebung erforschten. Veränderte man die Dicke der Heuschicht, die den Boden bedeckte, änderten auch die Spitzmäuse ihre Rufraten. Dies deutet auf eine Orientierungsfunktion der Rufe hin. Um die Potenz der Rufe als Echoortungssignale zu testen, wurden Ziegelsteine über einen auf dem Boden liegenden Lautsprecher mit den Rufen beschallt. Die aufgenommenen Echos zeigten, dass Spitzmauszwitschern tatsächlich geeignet ist, Hindernisse ausfindig zu machen, die außerhalb der Reichweite des Tastsinnes liegen (Siemers et al. 2009).

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