
Ein Problem, dem sich beide Gruppen stellen müssen, ist die akustische Maskierung der Beute, sei es durch Lärm natürlichen oder artifiziellen Ursprungs (Flussrauschen bzw. Verkehrslärm) oder durch Störechos des Hintergrundsubstrats.
Die Auswirkungen von Autobahnlärm auf das Jagdverhalten des Großen Mausohrs (Myotis myotis) untersuchten wir mit einem Laborexperiment. Die Tiere hatten gelernt, unter mehreren Futterplattformen diejenige gefüllte herauszufinden, aus der das Rascheln eines Insekts auf Laub abgespielt wurde. Unter Testbedingungen wurde während der Futtersuche Verkehrslärm verschiedener Lautstärken abgespielt. Mit steigender Lautstärke, d.h. steigender Nähe zur simulierten Autobahn, sank die Jagdeffizienz der Fledermäuse erheblich (Siemers & Schaub 2011).
Fransenfledermäuse (Myotis nattereri) sind dank ihrer speziell breitbandigen Echoortungslaute wahre Echoortungskünstler. Sie erkennen selbst Beute die sich wenige Zentimeter vor einem Hintergrund dichter Vegetation befindet (Siemers & Schnitzler 2000). Vertreter der nicht-europäischen Fledermausfamilien Kerivoulinae und Murininae zeigten in Experimenten ähnliche Leistungen (Schmieder et al. 2010).
Hufeisennasen (Rhinolophidae) haben eine andere Strategie entwickelt, um Beute nahe der Vegetation zu finden. Ihre Echoortungsrufe sind konstant-frequent, sobald sie jedoch auf die schwirrenden Flügel eines Insektes treffen, erhält das Echo sogenannte "Glanzlichter", Frequenzmodulationen, die die Fledermaus wahrnehmen kann.