Forschungsgruppenleiterin

Dr. Julia Schroeder
Dr. Julia Schroeder
Gastwissenschaflter/in

Forschungsgruppe Evolutionsbiologie

Seit dem 1. Oktober 2015 ist Julia Schroeder als "Lecturer in Ecology and Evolution" an der Faculty of Natural SciencesDepartment of Life Sciences (Imperial College London) tätig: http://www.imperial.ac.uk/people/julia.schroeder

Unsere Gruppe erforscht, wie genetische Variation in sozialem Verhalten, Fortpflanzungserfolg und Überlebenschancen in Populationen erhalten bleiben kann. Diese Frage ist interessant, da im Evolutionsprozess durch Selektion solche Variation normalerweise eliminiert wird. Das bedeutet, dass Merkmale, bei denen wir noch genetische Variation beobachten können, bestimmte Prozesse bei der Eliminierung der Variation verhindern. Das Studium dieser Prozesse ist also besonders interessant, weil wir dort praktisch “Evolution hautnah” beobachten können und uns damit eine hervorragende Möglichkeit bietet, unser Wissen über Evolution und Selektion zu verbessern.

Wir arbeiten im Freiland, aber auch experimentell, um unser Wissen in zwei Forschungsschwerpunkten zu erweitern:

1) Viele soziale Verhaltensweisen wirken sich direkt auf den Fortpflanzungserfolg aus, trotzdem findet man oft erhebliche Variation innerhalb und zwischen Individuen. Die soziale Umgebung und das Verhalten von Artgenossen können die Physiologie, das eigene Sozialverhalten und letztlich auch den Fortpflanzungserfolg stark beeinflussen. Wir erforschen den Effekt der sozialen Umgebung in einer wilden Population und anhand von Experimenten an Sperlingen in Volieren. Wir verwenden Daten von Langzeitstudien, inklusive des genetischen Stammbaumes, um quantitative genetische Parameter, wie zum Beispiel Vererblichkeit und genetische Kovarianzen zwischen den Merkmalen zu ermitteln. Weiterhin setzen wir theoretische Modelle ein, um die logische Konsistenz unserer Ergebnisse zu überprüfen.

Junge Sperlinge
Junge Sperlinge

2) Warum altern (fast) alle Organismen? Dies ist eine fundamentale und ungelöste Frage in der Biologie. Der Alterungsprozess, einhergehend mit einer starken Verringerung der biologischen Fitness, ist evolutionär sehr stabil. Dies ist verblüffend, da sich jede Mutation, die eine Verlängerung des Lebens und eine Verlängerung der Reproduktionsperiode auslösen eigentlich durchsetzen sollte. Warum evolvieren Organismen nicht zur Unsterblichkeit? Es gibt viele Theorien, um dieses Problem zu erklären, aber keine scheint die alleinige Lösung zu sein. Ein Faktor, der bis jetzt nur wenig Aufmerksamkeit erhalten hat sind Alterungsfolgen, die über mehrere Generationen hinweg weitergegeben werden, und das obwohl seit beinahe 100 Jahren bekannt ist, dass das Alter der Eltern die Fitness ihrer Kinder stark beeinflussen kann. Es gibt jedoch so gut wie keine Untersuchungen über den Einfluss dieser transgenerationalen Effekte auf die Populationsdynamik und die Evolution von Langlebigkeit und Alterung. Um diese Wissenslücken zu schließen, untersuchen wir den Einfluss des Alters der Eltern, und der Großeltern auf die Lebensdauer, den Fortpflanzungserfolg, die Physiologie und Genetik ihrer Nachkommen in Haussperlingen.

Mitarbeiter:

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Antje Girndt
IMPRS Doktorand/in
RaumSeewiesen
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  • +49 8157 932-370
E-Mailagirndt@...
Alfredo Sánchez Tójar
IMPRS Doktorand/in
RaumSeewiesen
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  • +49 8157 932-363
E-Mailasanchez@...
Dr. Julia Schroeder
Gastwissenschaflter/in
E-Mailjulia.schroeder@...
Diana Werner
Teamassistentin
RaumSeewiesen
Telefon
  • +49 8157 932-425
Fax
  • +49 8157 932-214
E-Maildwerner@...
 
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